Auf die Bergische Synagoge in Wuppertal ist am Donnerstagnachmittag ein Brandanschlag verübt worden. Ein Tatverdächtiger wurde kurz nach dem Angriff festgenommen. Mitarbeiter der Synagoge konnten das Feuer schnell löschen, verletzt wurde niemand.
Der Angriff ereignete sich am 17. September an einem Nebeneingang der Synagoge der Jüdischen Kultusgemeinde im Wuppertaler Stadtteil Barmen. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei soll ein Mann versucht haben, dort Feuer zu legen. Nach Angaben des WDR konnten Mitarbeiter der Synagoge den Brand schnell löschen. Der entstandene Sachschaden sei gering.
Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen. Über seine Identität und mögliche Hintergründe der Tat machte die Polizei zunächst keine näheren Angaben. Auch der Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal bestätigte dem WDR den Angriff. Die Ermittlungen dauern an.
Brandanschlag mit brennbaren Flüssigkeitsbeuteln auf Synagoge
Die Jüdische Allgemeine berichtet unter Berufung auf Angaben der Polizei, der Mann habe mehrere mit einer brennbaren Flüssigkeit gefüllte Beutel gegen einen Nebeneingang geworfen und diese in Brand gesetzt. Anschließend sei er geflüchtet. Die Polizei habe den Tatverdächtigen wenig später festnehmen können.
Nach Angaben von WDR und Tagesschau wird die Synagoge praktisch rund um die Uhr von Polizeibeamten bewacht. Ob diese Bewachung zur schnellen Festnahme beitrug, ist bislang nicht abschließend geklärt. Zu weiteren Einzelheiten wollte sich die Polizei zunächst erst nach Abschluss der Spurensicherung äußern.
⚠️ Stand der Ermittlungen
Bestätigt sind der Angriff auf die Synagoge, die Festnahme eines Tatverdächtigen, der geringe Sachschaden und die laufenden Ermittlungen.
Anschlag wenige Tage vor Jom Kippur
Der Angriff ereignete sich während der jüdischen Hohen Feiertage und nur wenige Tage vor Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, verurteilte die Tat in einem Pressestatement scharf.
Schuster erklärte, der Zeitpunkt des Anschlags sei aus seiner Sicht nicht zufällig gewählt. Er verwies auf frühere Angriffe auf Synagogen während jüdischer Feiertage und sprach von einem Muster antisemitischer Gewalt, mit dem Angst verbreitet und jüdisches Leben aus der Öffentlichkeit gedrängt werden solle. Seine Einordnung geht damit über das bislang öffentlich bekannte Ermittlungsergebnis hinaus. Die Behörden haben ein konkretes Motiv des Festgenommenen noch nicht bekanntgegeben.
Schuster betonte zugleich, jüdische Gemeinden würden sich von solchen Angriffen nicht davon abhalten lassen, ihre Religion öffentlich zu leben. Mit Blick auf Jom Kippur forderte er die Sicherheitsbehörden auf, den Schutz der Gottesdienste zu gewährleisten.
Schon 2014 wurde die Wuppertaler Synagoge angegriffen
Für die Wuppertaler Gemeinde ist es nicht der erste Brandanschlag. Bereits 2014 wurden Molotowcocktails auf die Synagoge geworfen. Drei Männer wurden später für die Tat verurteilt. Die damalige gerichtliche Bewertung des Motivs sorgte für erhebliche öffentliche Diskussionen.
Der erneute Brandanschlag trifft damit eine jüdische Gemeinde, deren Gotteshaus bereits seit Jahren unter besonderem Schutz steht. Dass der Tatverdächtige diesmal schnell festgenommen werden konnte und das Feuer nur geringen Schaden anrichtete, ändert nichts an der Schwere des Vorgangs: Ziel des Angriffs war eine Synagoge, während sich jüdische Gemeinden auf ihren höchsten Feiertag vorbereiten.
Der Tatverdächtige ist festgenommen, Menschen wurden nicht verletzt und der Brand konnte schnell gelöscht werden. Offen ist weiterhin, welches Motiv hinter dem Angriff steht. Genau das müssen die laufenden Ermittlungen jetzt klären.
Fest steht bereits jetzt: Am helllichten Tag wurde versucht, an einer Synagoge Feuer zu legen. Dass der mutmaßliche Täter schnell gefasst wurde, ist die gute Nachricht. Warum er ausgerechnet ein jüdisches Gotteshaus angriff, ist die entscheidende offene Frage.
ℹ️ Faktenbasis und Primärquellen zum Artikel 📑
▶️ WDR:
Brandanschlag auf Synagoge in Wuppertal
Aktueller Bericht unter Berufung auf Polizei Wuppertal, die Jüdische Kultusgemeinde Wuppertal und KNA. Bestätigt Festnahme, Brand am Nebeneingang, geringen Sachschaden und laufende Ermittlungen.
▶️ Jüdische Allgemeine:
Brandanschlag auf Synagoge Wuppertal
Bericht mit direkten Angaben der Polizei zum Tatablauf und zur Festnahme des mutmaßlichen Täters sowie Hintergrund zum früheren Anschlag von 2014.
▶️ Zentralrat der Juden in Deutschland:
Pressestatement zum Brandanschlag auf die Synagoge in Wuppertal
Offizielle Stellungnahme von Zentralratspräsident Josef Schuster zum Anschlag, zum Zeitpunkt während der jüdischen Hohen Feiertage und zur Sicherheitslage jüdischer Gemeinden.
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