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Schlagwort: Kibbuz Be’eri

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Symbolische Gedenkszene mit zerstörten Häusern, israelischen Flaggen, leeren Stühlen und Kerzen

7. Oktober 2023: Der Tag, der Israel veränderte

Inhaltsverzeichnis 📑

 

An diesem Morgen fiel der Schutz, für den der jüdische Staat gebaut wurde. Israel sollte ein Ort sein, an dem Juden sich selbst verteidigen können und nicht darauf angewiesen sind, dass andere sie schützen. Am 7. Oktober 2023 durchbrachen Hamas und weitere bewaffnete palästinensische Gruppen diesen Schutz. Sie überfielen Ortschaften, jagten Festivalbesucher, ermordeten Zivilisten und verschleppten Menschen nach Gaza.

Rund 1.200 Menschen wurden getötet, 251 Menschen nach Gaza verschleppt. Spätere Untersuchungen zeigen: Die vorsätzliche Tötung von Zivilisten und die Geiselnahmen gehörten zu den zentralen Zielen der geplanten Operation. Der 7. Oktober erschütterte damit nicht nur Israels Sicherheit, sondern einen Grundpfeiler seines Selbstverständnisses.

Hamas hat mit dem Angriff vom 7. Oktober diesen Krieg ausgelöst. Ohne diesen Angriff hätte es den dadurch begonnenen Gaza-Krieg nicht gegeben. Die Vorgeschichte des Nahostkonflikts nimmt den Planern und Tätern keine Verantwortung für ihre Entscheidung ab, zivile Gemeinden zu überfallen, Menschen zu ermorden und Geiseln zu verschleppen. Israels militärische Antwort folgte auf diesen Angriff.

Fast drei Jahre später wissen wir wesentlich mehr darüber, wie Hamas den Angriff vorbereitete, welche Warnzeichen Israel übersah, welche Verbrechen während des Angriffs begangen wurden und wie sich aus dem Massaker ein Krieg entwickelte, der Gaza, den Libanon, Iran, den Jemen und schließlich große Teile der regionalen Sicherheitsordnung erfasste.

Wir wissen inzwischen auch mehr darüber, was danach im Westen geschah. Der Angriff wurde in Teilen der antiisraelischen Szene gefeiert oder als „Widerstand“ legitimiert. Parallel begann ein politischer Kampf um Sprache, Ursache und Verantwortung. Antisemitische Straftaten und Vorfälle stiegen massiv. Synagogen, jüdische Einrichtungen, Studenten, Restaurants, Künstler und ganz normale Juden wurden mit einem Krieg identifiziert, den sie weder begonnen noch politisch entschieden hatten.


Symbolische Darstellung des 7. Oktober 2023 mit beschädigtem Wohnviertel, israelischer Flagge, Trümmern und Rauch
Symbolische Darstellung | Der Morgen des 7. Oktober 2023 wurde für Israel zu einer historischen Zäsur.

7. Oktober 2023: Der Angriff beginnt

Gegen 6:30 Uhr begann ein massiver Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen. Nahezu gleichzeitig durchbrachen bewaffnete Gruppen an mehreren Stellen die israelische Grenzanlage. Nach der späteren Untersuchung von Human Rights Watch waren mindestens fünf palästinensische bewaffnete Organisationen an dem Angriff beteiligt. Die Qassam-Brigaden der Hamas führten die Operation an. Daneben beteiligten sich unter anderem der Palästinensische Islamische Dschihad, die National Resistance Brigades der DFLP, die Abu-Ali-Mustafa-Brigaden der PFLP und die Al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden.

Der Angriff blieb nicht auf die organisierten ersten Wellen beschränkt. Human Rights Watch fand auch Hinweise darauf, dass nach den Grenzdurchbrüchen weitere Personen aus Gaza an Gewalttaten beteiligt waren, darunter Menschen, die auf Aufnahmen wie Zivilisten wirkten. Die Organisation weist zugleich darauf hin, dass zivile Kleidung allein nicht beweist, dass eine Person tatsächlich Zivilist war. Diese Trennung ist wichtig: Der Angriff wurde von bewaffneten Organisationen geplant und geführt. Die spätere Beteiligung weiterer Personen rechtfertigt keine Kollektivschuld gegenüber der Bevölkerung Gazas.

Human Rights Watch dokumentierte Angriffe auf mindestens 19 Kibbuze, fünf Moschavim, die Städte Sderot und Ofakim, zwei Musikveranstaltungen und weitere zivile Orte. Gleichzeitig wurden israelische Militärstellungen entlang der Grenze angegriffen und teilweise überrannt. Zu den am stärksten betroffenen Orten gehörten Be’eri, Kfar Aza und Nir Oz. Beim Nova-Musikfestival wurden Besucher angegriffen, getötet und verschleppt.

Die Opferstruktur zeigt, dass der Angriff sowohl zivile Gemeinden als auch Sicherheitskräfte traf. Die UN-Untersuchungskommission nannte später mindestens 809 getötete Zivilisten, darunter mindestens 68 ausländische Staatsangehörige, sowie mindestens 314 israelische Militärangehörige. Israelische Gesamtzählungen ordnen Polizei und weitere Sicherheitsdienste teilweise anders ein und weichen deshalb in einzelnen Kategorien und Erfassungsständen leicht ab. Die UN-Zahlen dienen hier als internationale Vergleichsgröße, nicht als alleinige Zählung. Am Grundbefund ändert das nichts: Die Mehrheit der am 7. Oktober Getöteten waren Zivilisten. Die 251 nach Gaza Verschleppten werden davon getrennt gezählt.

Die Hamas-geführten Terroristen ermordeten Zivilisten in ihren Wohnorten, auf den Straßen und auf der Flucht. Sie schossen gezielt auf Menschen, häufig aus kurzer Entfernung, und beschossen vorbeifahrende Fahrzeuge. Wer vor den Angreifern davonlief, wurde selbst zum Ziel. Human Rights Watch dokumentierte diese Tatabläufe anhand von Zeugenaussagen sowie überprüften Bildern und Videos.

Auch die Schutzräume boten keine Sicherheit. Die Angreifer warfen Handgranaten hinein und schossen auf die Menschen, die dort Zuflucht gesucht hatten. Räume, die vor Raketen schützen sollten, wurden zu Orten des Massakers. Die Täter griffen die Schutzsuchenden genau dort an, wo sie sich vor dem Beschuss in Sicherheit bringen wollten.

In den Gemeinden beschossen die Terroristen Wohnhäuser mit Panzerabwehrwaffen und legten Feuer. Menschen verbrannten oder erstickten in ihren Häusern. Andere wurden durch die Flammen und den Rauch ins Freie getrieben. Dort erschossen die Angreifer sie oder nahmen sie gefangen. Die Brandstiftung war damit selbst Teil der tödlichen Gewalt gegen die Bewohner.

Die Täteraufnahmen zeigen auch, wie ein Hamas-Terrorist einen Hund erschießt, der auf die Angreifer zuläuft. CNN beschrieb diese Szene am 9. Oktober 2023 anhand einer Körperkameraaufnahme aus dem Kibbuz Sufa, die der Sender von der israelischen Armee erhalten hatte. Selbst ein Haustier, das ihnen entgegenkam, wurde erschossen.

Das Nova-Festival bei Re’im war kein Kollateralschaden. Die im April 2025 veröffentlichte IDF-Untersuchung zählte für das Festival und die damit verbundenen Flucht- und Kampfplätze 378 Getötete, davon 344 Zivilisten. 44 Menschen wurden verschleppt. Die Zahlen erfassen auch Opfer außerhalb des eigentlichen Festivalgeländes.

In Nir Oz wurden Shiri Bibas und ihre Kinder aus ihrem Haus verschleppt. Ariel war vier Jahre alt, Kfir bei der Entführung neun Monate. Nach israelischen forensischen und nachrichtendienstlichen Feststellungen wurden beide im November 2023 in der Gefangenschaft ermordet. Kfir war nach diesen Angaben bei seinem Tod zehn Monate alt. Auch Shiri wurde nach israelischen Feststellungen in der Geiselhaft ermordet. Hamas übergab am 20. Februar 2025 zunächst den Leichnam einer unbekannten Frau als den von Shiri. Erst danach wurden Shiris tatsächliche sterbliche Überreste zurückgegeben und identifiziert. Der Leiter des israelischen Instituts für Rechtsmedizin erklärte, es gebe keine Hinweise auf Verletzungen durch eine Bombardierung. Die Hamas-Erzählung, die Familie sei bei einem israelischen Luftangriff gestorben, widersprach damit den israelischen Untersuchungsbefunden.

Auch Bildmaterial der Angreifer selbst wurde später Teil der Beweislage. Ermittler, Medien und Menschenrechtsorganisationen werteten Aufnahmen aus, die von beteiligten Terroristen während des Angriffs aufgenommen oder anschließend veröffentlicht worden waren. Zusammen mit Überwachungsvideos, Aufnahmen von Rettungskräften und Zeugenaussagen ermöglichten sie eine detailliertere Rekonstruktion des Tages.

Human Rights Watch kam nach der Auswertung von Interviews, Bildern und Videos zu dem Ergebnis, dass das Töten von Zivilisten und die Entführung von Geiseln zentrale Ziele des geplanten Angriffs waren. Die Zielauswahl umfasste Militärstellungen, israelische Ortschaften, das Nova-Festival und die Entführung von Menschen nach Gaza. Damit lässt sich der 7. Oktober nicht seriös als Grenzgefecht beschreiben, das zufällig in zivile Gebiete ausuferte. Zivile Orte und Geiselnahmen gehörten zur geplanten Operation.

Ghazi Hamad, Mitglied des Hamas-Politbüros, erklärte am 24. Oktober 2023 im libanesischen Sender LBC, der 7. Oktober sei erst der Anfang gewesen. Es werde einen zweiten, dritten und vierten Angriff geben. Auf die Frage nach der vollständigen Vernichtung Israels antwortete er laut MEMRI-Transkript in deutscher Übersetzung: „Ja, natürlich.“ Alles, was Hamas tue, sei gerechtfertigt. Auch die Times of Israel berichtete am 1. November 2023 über die Aussagen. Das ist keine nachträgliche Deutung. Das ist die Führung der Organisation, drei Wochen nach dem Massaker.

Ofakim: Überleben im eigenen Haus

In Ofakim hielten fünf Terroristen Rachel und David Edry rund 15 Stunden in ihrem Haus fest. In ihren Fernsehinterviews nach der Befreiung berichteten sie von Morddrohungen und Todesangst. Rachel versuchte, die Angreifer mit Gesprächen, Kaffee und Essen abzulenken. Bei den Verhandlungen zeigte sie den Polizisten unauffällig mit fünf Fingern, wie viele Terroristen sich im Haus befanden. Sicherheitskräfte befreiten das Ehepaar in der Nacht zum 8. Oktober.

Diese Geschichte steht auch für die Menschen, die trotz des staatlichen Versagens handelten: Bewohner, örtliche Verteidiger, Polizisten, Soldaten und Rettungskräfte. Aus israelischer Sicht bedeutet der 7. Oktober deshalb beides: den Zusammenbruch des Schutzes und den Mut derjenigen, die andere unter Lebensgefahr zu retten versuchten.

Sexuelle Gewalt gehörte zur dokumentierten Gewalt des 7. Oktober

Zur Rekonstruktion des Angriffs gehört auch sexuelle Gewalt. Die UN-Sonderbeauftragte Pramila Patten und ihr Team untersuchten die Vorwürfe Anfang 2024 vor Ort. Der Missionsbericht kam zu dem Ergebnis, dass hinreichende Gründe für die Annahme bestehen, dass am 7. Oktober an mindestens drei Orten konfliktbezogene sexuelle Gewalt einschließlich Vergewaltigungen stattfand. Für sexuelle Gewalt gegen einige Geiseln fand die Mission klare und überzeugende Informationen.

Der Bericht bestätigte nicht jede frühe Einzelbehauptung. Gerade diese Unterscheidung ist wichtig: Die Korrektur einer unbestätigten Behauptung ändert nichts daran, dass die UN-Mission sexuelle Gewalt als Teil der Verbrechen des 7. Oktober dokumentierte.

Im Mai 2026 legte die von Cochav Elkayam-Levy gegründete Civil Commission on October 7th Crimes by Hamas Against Women and Children nach einer zweijährigen unabhängigen Untersuchung den Bericht „Silenced No More“ vor. Die Kommission wertete Zeugenaussagen, Video- und Bildmaterial sowie weitere Dokumente aus und identifizierte 13 wiederkehrende Muster sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt über verschiedene Phasen des Angriffs, der Entführung und der Geiselhaft hinweg. Nach ihrer Bewertung waren diese Taten nicht bloß vereinzelte Begleiterscheinungen, sondern Teil eines wiederkehrenden und systematischen Vorgehens.

Hamas: Ideologie, Täuschung und Vorbereitung des 7. Oktober

Der 7. Oktober entstand nicht spontan. Hamas hatte über Jahre militärische Fähigkeiten aufgebaut, Kämpfer ausgebildet, Tunnelanlagen erweitert, Waffen produziert oder beschafft und die israelische Grenze beobachtet. Die spätere Aufarbeitung zeigte, dass israelische Nachrichtendienste Teile dieser Entwicklung wahrnahmen, ihre Bedeutung jedoch folgenschwer falsch einschätzten.

Seit Juni 2026 ist genauer dokumentiert, dass zu dieser Vorbereitung auch bewusste Täuschung gehörte. Das Meir Amit Intelligence and Terrorism Information Center veröffentlichte aus Gaza sichergestellte interne Hamas-Unterlagen. Ein Dokument vom 13. September 2022 trägt den Titel eines strategischen Täuschungsplans als Grundlage für einen Überraschungsangriff. Die ausgewerteten Papiere beschreiben eine Kombination aus politischer, militärischer, wirtschaftlicher und öffentlicher Kommunikation, die Israel den Eindruck vermitteln sollte, Hamas suche Ruhe und wolle eine größere Konfrontation vermeiden. Dazu gehörten nach der Analyse auch Verhandlungen, Deeskalationssignale und öffentlich wirksame Druckthemen wie Al-Aqsa, Gefangene und die Blockade.

Eine zweite Quellenlinie bestätigt dieses Muster bereits für die Jahre vor dem Angriff. Die New York Times wertete 2024 Protokolle aus zehn internen Hamas-Führungssitzungen aus. Darin wurde der geplante Großangriff als „Big Project“ bezeichnet. Die Führung diskutierte demnach, kleinere Eskalationen zu vermeiden, um Israel von einer vermeintlichen Abschreckung der Hamas zu überzeugen, und versuchte zugleich, Iran und Hisbollah für eine Beteiligung oder Unterstützung zu gewinnen.

Die Dokumente erklären Israels Fehleinschätzung, sie entschuldigen sie nicht. Israels Sicherheitsapparat trug die Verantwortung dafür, Warnzeichen richtig zu bewerten. Gleichzeitig gehört zur vollständigen Rekonstruktion, dass Hamas nach diesen Unterlagen gezielt daran arbeitete, genau diese Fehleinschätzung zu erzeugen. Die Erzählung eines spontanen „Ausbruchs“ am 7. Oktober hält dieser dokumentierten Vorbereitung nicht stand.

Auch die ideologische Geschichte der Hamas gehört zu diesem Hintergrund. Die Bundeszentrale für politische Bildung beschreibt die Hamas-Charta von 1988 ausdrücklich als antisemitisch. Sie enthält nicht nur die Ablehnung Israels, sondern klassische antisemitische Verschwörungserzählungen und verweist auf die Fälschung der „Protokolle der Weisen von Zion“.

Das politische Grundsatzpapier von 2017 glättete einen Teil dieser Sprache und erklärte den Konflikt in der Selbstdarstellung zum Kampf gegen Zionismus und Israel, nicht gegen Juden als Juden. Eine dauerhafte Anerkennung Israels enthält das Papier nicht. Hamas akzeptierte darin einen palästinensischen Staat in den Grenzen von 1967 als mögliche Konsensformel, hielt aber am Anspruch auf ganz Palästina „from the river to the sea“ fest. Der damalige Hamas-Funktionär Mahmoud al-Zahar erklärte kurz nach der Veröffentlichung gegenüber Reuters, das neue Papier ersetze die Gründungscharta nicht.

Die Charta von 1988 ist antisemitisch, das Papier von 2017 hat sie nach al-Zahar nicht ersetzt, und Hamad hat die Wiederholung drei Wochen nach dem Massaker als Programm ausgesprochen. Wer den Angriff als verzweifelte Reaktion auf eine Blockade erzählt, widerspricht der Planung und der Täterführung.

Politische Infrastruktur außerhalb Gazas

Hamas führte den Angriff aus Gaza. Ein Teil ihrer politischen Lebensversicherung lag außerhalb. Führungsmitglieder arbeiteten seit Jahren aus dem Ausland.

Katar hat seit 2012 die politische Hamas-Führung in Doha sitzen lassen und Zahlungen nach Gaza geleistet, Teile davon mit israelischer Duldung. Diese Duldung war die Ruhe-gegen-Ruhe-Linie, keine Entlastung. Teile der Führung, die den 7. Oktober verantwortete, arbeiteten von dort aus. Die Türkei stuft Hamas nicht als Terrororganisation ein und empfängt ihre Vertreter. Wer das als bloße Vermittlung verkauft, übernimmt die Begründung der Gastgeber.

Auch die Vereinten Nationen wurden nach dem 7. Oktober rasch zu einem zentralen politischen Schauplatz. Am 27. Oktober 2023 verabschiedete die UN-Generalversammlung eine Resolution für eine humanitäre Waffenruhe. Ein Zusatzantrag zur ausdrücklichen Verurteilung der Hamas-Terrorangriffe vom 7. Oktober verfehlte die erforderliche Mehrheit. Die Versammlung fand damit eine Mehrheit für die Waffenruhe, aber nicht für die ausdrückliche Benennung des Terrors, der diesen Krieg ausgelöst hatte. Der diplomatische Deutungskampf hatte längst begonnen.

Israels Sicherheitsversagen vor und am 7. Oktober

So eindeutig die Verantwortung der Angreifer für den Terror ist, so eindeutig ist inzwischen auch das israelische Versagen vor und während des 7. Oktober dokumentiert.

Israel verfügte über einen der technologisch modernsten Sicherheits- und Nachrichtendienste der Welt. Trotzdem gelang es Hamas, die Grenze zu durchbrechen, israelische Gemeinden zu erreichen und über Stunden hinweg zu operieren.

Spätere interne Untersuchungen der IDF identifizierten mehrere Grundprobleme. Hamas galt als weitgehend abgeschreckt. Informationen über mögliche Angriffsszenarien wurden nicht ausreichend ernst genommen. Warnzeichen wurden getrennt voneinander betrachtet und nicht zu einem zutreffenden Lagebild zusammengesetzt.

Auch der später bekannt gewordene Angriffsplan, häufig als „Jericho Wall“ bezeichnet, war israelischen Stellen vor dem 7. Oktober bekannt. Dass ein entsprechendes Szenario existierte, bedeutete noch nicht, dass Datum und konkrete Durchführung bekannt waren. Das Problem lag vielmehr darin, dass die Möglichkeit eines solchen Angriffs als kaum realisierbar eingeschätzt wurde.

Die IDF spricht selbst von ihrem Versagen. In ihrer Untersuchung des Angriffs auf den Kibbuz Be’eri kam die israelische Armee zu dem Ergebnis, dass sie bei ihrer Mission versagte, die Bewohner zu schützen. Die örtliche Verteidigungsgruppe und Bewohner mussten in den ersten Stunden selbst versuchen, das Eindringen der Terroristen aufzuhalten.

Be’eri wurde damit zu einem Symbol für eine Frage, die Israel seit dem 7. Oktober beschäftigt: Wo war der Staat?


Symbolische Darstellung israelischer Warnzeichen vor dem 7. Oktober mit Lageunterlagen und Grenzüberwachung
Symbolische Darstellung | Vor dem 7. Oktober lagen Warnzeichen und Informationen vor, doch die Bedrohung wurde folgenschwer falsch eingeschätzt.

Das dokumentierte israelische Sicherheitsversagen verschiebt die Verantwortung für den Angriff nicht von den Tätern auf die Opfer. Es erklärt, warum der Angriff ein solches Ausmaß erreichen konnte. Belastbare Belege dafür, dass die israelische Führung den Angriff bewusst geschehen ließ, liegen bis heute nicht vor.

Die Geiseln: 251 Menschen, 843 Tage

Die Geiselnahmen waren kein zufälliges Nebenprodukt des Angriffs. Nach der inzwischen konsolidierten israelischen Zählung wurden am 7. Oktober 251 Menschen nach Gaza verschleppt, darunter Zivilisten, Angehörige israelischer Sicherheitskräfte und ausländische Staatsbürger.

Bereits in den ersten Wochen wurden einzelne Geiseln freigelassen oder gerettet. Während der ersten vereinbarten Waffenruhe vom 24. November bis 1. Dezember 2023 kehrten nach Angaben des israelischen Gesundheitsministeriums 105 Geiseln im Rahmen eines Austauschs zurück.

Die Geiselfrage blieb danach politischer und gesellschaftlicher Mittelpunkt des Krieges. Familien organisierten Demonstrationen und Kampagnen, verlangten neue Abkommen und erhöhten den Druck auf die israelische Regierung, die Rückkehr ihrer Angehörigen stärker zu priorisieren.

Im September 2024 wurden die Leichen von sechs Geiseln geborgen: Carmel Gat, Eden Yerushalmi, Hersh Goldberg-Polin, Alexander Lobanov, Almog Sarusi und Ori Danino. Israelische Behörden erklärten, die sechs seien kurz vor ihrer Bergung von ihren Bewachern getötet worden. Ihr Tod verstärkte den innenpolitischen Streit über die Frage, ob eine Vereinbarung früher hätte erreicht werden können.

Ein weiterer Waffenstillstand trat am 19. Januar 2025 in Kraft. Zwischen dem 19. Januar und dem 7. Februar kehrten nach einem Bericht des israelischen Gesundheitsministeriums weitere Geiseln zurück.

Am 13. Oktober 2025 wurden im Rahmen des amerikanisch vermittelten Abkommens die letzten 20 lebenden Geiseln freigelassen. Israel entließ im Gegenzug 250 palästinensische Gefangene sowie mehr als 1.700 im Gazastreifen festgenommene Palästinenser.

Was die Gefangenschaft bedeutete, beschrieb die aus Kfar Aza verschleppte Anwältin Amit Soussana am 29. Januar 2024 vor den Trümmern ihres Hauses. Sie berichtete von 55 Tagen unter körperlichem und psychischem Terror, ständiger Todesangst, wenig Nahrung und einem dunklen Tunnel, in dem sie sich wie lebendig begraben gefühlt habe. In ihrer späteren gefilmten Aussage für „Screams Before Silence“ schilderte sie auch sexuelle Gewalt durch einen Bewacher. Hier sprechen die Opfer selbst. Ihre Erfahrungen dürfen in einer Debatte über Waffenstillstände und politische Forderungen nicht verschwinden.

Die Folgen der Geiselhaft lassen sich nicht auf die Zahl der Rückkehrer reduzieren. Ein Bericht des israelischen Gesundheitsministeriums vom August 2025 wertete die Behandlung von zwölf im Januar und Februar 2025 zurückgekehrten Geiseln aus und dokumentierte erhebliche körperliche und psychische Folgen langer Gefangenschaft. Der Bericht bezieht sich auf diese untersuchte Gruppe und darf nicht pauschal auf jede Geisel übertragen werden. Er liefert aber medizinisch dokumentierte Befunde dafür, dass die Geiselhaft für Rückkehrer weit über den Tag der Freilassung hinaus Folgen hatte.

Die letzte offene Geiselfrage endete erst Monate später. Am 26. Januar 2026 barg Israel die sterblichen Überreste des Polizeibeamten Ran Gvili. Damit befand sich nach israelischen Angaben keine lebende oder verstorbene Geisel des 7. Oktober mehr im Gazastreifen.

843 Tage lagen zwischen dem Massaker und der Rückkehr der letzten Geisel.

Operation Eiserne Schwerter: Der Krieg in Gaza

Noch am 7. Oktober begann Israel mit umfangreichen Luftangriffen auf Ziele im Gazastreifen und mobilisierte große Teile seiner Reserve. Die israelische Regierung erklärte das Ziel, die militärischen und politischen Fähigkeiten der Hamas zu zerschlagen und die Geiseln zurückzubringen.

Warum die Rückkehr zum Zustand vor dem Massaker keine Sicherheit versprach

Nach dem 7. Oktober stand Israel vor einer konkreten Sicherheitsfrage: Wie sollten Bewohner in ihre Gemeinden zurückkehren, wenn Hamas ihre Fähigkeit zum nächsten Angriff behielt? Eine Organisation mit bewaffneten Einheiten, Raketen, Tunneln und der erklärten Absicht, das Massaker zu wiederholen, war keine Bedrohung, die sich mit einer weiteren Ruhephase erledigte.

Aus israelischer Sicht ging es darum, die Voraussetzungen für eine Wiederholung zu beseitigen und die Verschleppten nach Hause zu bringen. Die militärischen Fähigkeiten der Hamas zu zerstören, war damit ein Sicherheitsziel zum Schutz der Bevölkerung. Über Strategie, politische Führung und den Weg zur Geiselbefreiung stritt Israel heftig. Die Verantwortung für den Angriff blieb bei den Tätern.

Die Bodenoperation

In der Nacht vom 27. auf den 28. Oktober 2023 weitete die IDF ihre Bodenoperation aus. IDF-Sprecher Daniel Hagari erklärte am 28. Oktober, Infanterie, Panzer-, Pionier- und Artilleriekräfte seien in den nördlichen Gazastreifen eingedrungen und hätten ihre Bodenaktivitäten ausgeweitet.

Ende November folgte die erste befristete Waffenruhe. Geiseln wurden freigelassen, palästinensische Gefangene entlassen und mehr Hilfslieferungen in den Gazastreifen gebracht. Nach einer Woche brachen die Kämpfe erneut aus.

Rafah und der Philadelphi-Korridor

Im Mai 2024 verlagerte sich ein Schwerpunkt der israelischen Bodenoffensive nach Rafah im Süden des Gazastreifens. Am 7. Mai erklärte die IDF, sie habe die palästinensische Seite des Grenzübergangs Rafah unter operative Kontrolle gebracht. Vor Beginn der Operation forderte Israel Bewohner östlicher Stadtteile zur Evakuierung in Richtung Al-Mawasi auf.

Am 29. Mai erklärte die IDF, sie habe die operative Kontrolle über den Philadelphi-Korridor an der Grenze zu Ägypten erreicht und dort Tunnel sowie militärische Infrastruktur der Hamas gefunden. Ägypten und Hamas bestritten Teile der Darstellung zu Schmuggelwegen. Der Fund ist der israelische Befund, der Widerspruch die Gegendarstellung.

Der Tod Yahya Sinwars und die Hamas-Führung danach

Am 16. Oktober 2024 wurde Hamas-Chef Yahya Sinwar bei einem Gefecht mit israelischen Soldaten in Rafah getötet. Die IDF bestätigte seinen Tod am folgenden Tag. Israel betrachtete Sinwar als einen der zentralen Planer des 7. Oktober.

Sinwars Tod war ein schwerer Schlag für die Führung der Hamas, beendete den Krieg jedoch nicht. Weder die Geiselfrage noch die militärische Präsenz der Organisation im Gazastreifen waren damit gelöst.

Am 20. Juli 2026 ernannte Hamas Khalil al-Hayya zu ihrem neuen Gesamtführer. Al-Hayya lebt im Exil und war bereits während des Krieges einer der wichtigsten Hamas-Unterhändler in den Waffenstillstands- und Geiselgesprächen. Seine Ernennung zeigte zugleich, dass die Organisation trotz des Verlusts großer Teile ihrer früheren Führung politisch weiter handlungsfähig blieb.

Auch militärisch war Hamas nicht vollständig verschwunden. Israel setzt Angriffe auf Personen fort, die es als Hamas-Kommandeure oder Mitglieder militärischer Strukturen bezeichnet. Hamas löste am 6. Juli 2026 ihre bisherige De-facto-Regierung in Gaza formell auf, erklärte aber zugleich, weiterhin Sicherheits- und Polizeistrukturen in den von ihr kontrollierten Gebieten aufrechtzuerhalten. Die Entwaffnung bleibt einer der zentralen Streitpunkte des Nachkriegsplans.

Waffenstillstand 2025 und erneute Offensive

Am 19. Januar 2025 trat eine weitere Waffenruhe mit Geiselaustausch in Kraft. Die erste Phase dauerte mehrere Wochen, anschließend stockten die Verhandlungen über eine Fortsetzung.

Am 18. März 2025 nahm Israel größere Angriffe im Gazastreifen wieder auf. Im Mai weitete die IDF ihre Bodenoperation unter der Bezeichnung Operation „Gideon’s Chariots“ aus. Nach Angaben der IDF sollte die Operation unter anderem militärische Strukturen der Hamas zerstören, operative Kontrolle in weiteren Gebieten schaffen und den Druck zur Freilassung der Geiseln erhöhen.

Der Krieg führte zu enormer Zerstörung im Gazastreifen und einer schweren humanitären Krise. Für die Einordnung ist entscheidend, wie die Opferzahlen entstehen, welche Angaben sie enthalten und wer sie im politischen Deutungskampf verwendet.

Die Nordfront: Hisbollah und Libanon

Der Krieg blieb nicht auf den Gazastreifen und Südisrael begrenzt. Bereits am Morgen des 8. Oktober registrierte die UN-Mission UNIFIL Raketenfeuer aus dem Südlibanon in Richtung Israel sowie israelisches Artilleriefeuer als Reaktion.

Damit begann praktisch unmittelbar nach dem Hamas-Angriff eine zweite militärische Front an Israels Nordgrenze. Die Hisbollah erklärte ihre Angriffe als Unterstützung für Hamas und den Gazastreifen.

Rund 60.000 Israelis mussten ihre Häuser im Norden verlassen. Viele Gemeinden nahe der Grenze blieben über mehr als ein Jahr weitgehend evakuiert. Bis zum Waffenstillstand vom November 2024 hatten Hisbollah-Angriffe nach israelischen Angaben 45 Zivilisten in Nordisrael und auf den Golanhöhen getötet. Mindestens 73 israelische Soldaten starben durch Angriffe im Norden, auf den Golanhöhen oder bei Kämpfen im Südlibanon. Die zweite Front war damit keine symbolische Begleiterscheinung des Gaza-Krieges, sondern ein eigenständiger Kriegsschauplatz mit lang anhaltender Vertreibung und hohen Verlusten.

Eskalation im September 2024

Am 17. und 18. September 2024 explodierten im Libanon tausende von der Hisbollah genutzte Pager und Funkgeräte. Die Operation wurde international Israel zugeschrieben. Israel übernahm damals öffentlich keine Verantwortung. Die Explosionen töteten und verletzten auch Menschen außerhalb der Hisbollah-Strukturen und verschärften den Konflikt massiv.

Am 27. September traf ein israelischer Luftangriff das Hauptquartier der Hisbollah in einem südlichen Vorort Beiruts. Hisbollah bestätigte am folgenden Tag den Tod ihres langjährigen Generalsekretärs Hassan Nasrallah. In den darauffolgenden Wochen verlor die Organisation weitere führende Funktionäre und militärische Kommandeure.

Ende November 2024 trat ein von den USA und Frankreich vermittelter Waffenstillstand zwischen Israel und Hisbollah in Kraft. Grundlage war erneut die Umsetzung von UN-Resolution 1701, die unter anderem vorsieht, dass südlich des Litani keine bewaffneten Kräfte außer der libanesischen Armee und UNIFIL dauerhaft präsent sein sollen.

Der Waffenstillstand löste das Grundproblem nicht. Israel blieb auch danach an mehreren Punkten auf libanesischem Gebiet präsent und begründete dies mit fortbestehenden Bedrohungen. Die libanesische Regierung und die UN forderten den vollständigen Abzug. Gleichzeitig blieb die Entwaffnung der Hisbollah unvollständig.

2026 flammten die Kämpfe im Schatten des größeren Iran-Konflikts erneut auf. Im September 2026 berichtete Reuters, Israel halte eine etwa zehn Kilometer tiefe Pufferzone auf libanesischer Seite, während die Bemühungen der libanesischen Armee zur Entwaffnung der Hisbollah stockten. Ein dauerhafter Sicherheitsrahmen war damit weiter nicht erreicht.

Irans Unterstützung für Hamas und bewaffnete Gruppen

Hamas baute ihre militärischen Fähigkeiten nicht allein auf. Der Terrorismusbericht des US-Außenministeriums dokumentiert umfangreiche iranische Unterstützung für Hamas, den Palästinensischen Islamischen Dschihad, die Hisbollah, die Huthis und weitere bewaffnete Organisationen. Dazu gehörten Finanzierung, Waffen, Ausbildung und technische Unterstützung.

Der Bericht formuliert zugleich eine wichtige Grenze: Es gebe keine Belege dafür, dass Iran den konkreten Angriff vom 7. Oktober im Voraus kannte. Die langjährige materielle, finanzielle und militärische Unterstützung Teherans habe Hamas jedoch Fähigkeiten verschafft, die einen Angriff dieser Größenordnung erleichterten.

April und Oktober 2024

Am 13. April 2024 griff Iran Israel erstmals direkt in großem Umfang mit Drohnen und Raketen an. Der Angriff erfolgte nach einem Israel zugeschriebenen Schlag auf das iranische Konsulatsgebäude in Damaskus, bei dem hochrangige Angehörige der Revolutionsgarden getötet worden waren.

Am 1. Oktober 2024 folgte ein zweiter direkter iranischer Raketenangriff auf Israel. Iran erklärte ihn unter anderem als Vergeltung für die Tötungen von Hamas-Politbürochef Ismail Haniyeh und Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah. Israel antwortete am 26. Oktober mit Angriffen auf iranische militärische und Raketenstandorte.

Der Zwölf-Tage-Krieg 2025

Am 13. Juni 2025 begann Israel eine groß angelegte Angriffswelle gegen iranische Nuklear-, Raketen- und Militärstrukturen. Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel.

Am 22. Juni 2025 iranischer Ortszeit, beziehungsweise am 21. Juni nach US-Zeit, griffen auch die Vereinigten Staaten iranische Nuklearanlagen an. Betroffen waren unter anderem Fordow, Natanz und Isfahan. Die Internationale Atomenergiebehörde bestätigte Schäden an mehreren iranischen Nuklearstandorten und musste ihre Inspektionen zeitweise aussetzen.

Nach zwölf Tagen endete diese Phase des direkten Krieges mit einer Waffenruhe. Die iranischen Nuklear- und Raketenprogramme waren beschädigt, aber nicht vollständig beseitigt.

2026: Keine stabile Waffenruhe

Am 28. Februar 2026 begannen die Vereinigten Staaten und Israel erneut groß angelegte Angriffe auf Iran. Dabei wurde auch der iranische Revolutionsführer Ali Khamenei getötet. Iran antwortete mit Angriffen auf Israel und auf Standorte in Staaten, die amerikanische Truppen beherbergten.

Im Frühjahr folgten mehrere Versuche, die Kämpfe durch Feuerpausen und Verhandlungen einzuhegen. Eine stabile und dauerhaft eingehaltene Waffenruhe entstand daraus nicht. Reuters beschrieb den Krieg am 16. September 2026 weiterhin als laufenden Konflikt ohne unmittelbares Ende; parallel liefen Verhandlungen über eine mögliche Beendigung.

Damit hat sich die iranische Rolle seit dem 7. Oktober grundlegend verändert. Teheran war nicht mehr nur Unterstützer bewaffneter Gruppen rund um Israel. Iran und Israel waren inzwischen mehrfach direkt militärisch gegeneinander angetreten.

Huthis, Rotes Meer und weitere iranisch unterstützte Gruppen

Auch der Jemen wurde Teil dieser Entwicklung. Die vom Iran unterstützten Huthis begannen Ende 2023 mit Raketen- und Drohnenangriffen in Richtung Israel und mit Angriffen auf Handelsschiffe im Roten Meer und im Golf von Aden.

Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation registrierte bis Mai 2024 rund 50 Angriffe auf Handelsschiffe seit der Kaperung der „Galaxy Leader“ im November 2023. Reedereien leiteten Schiffe zeitweise um das Kap der Guten Hoffnung um. Das verlängerte Routen, erhöhte Transportkosten und machte aus dem Krieg auch ein Problem für den internationalen Handel.

Die USA und Großbritannien reagierten mit militärischen Angriffen auf Huthi-Stellungen. Die Huthis setzten ihre Angriffe dennoch fort. Noch 2026 meldete die Internationale Seeschifffahrtsorganisation erneut tödliche Angriffe auf die internationale Schifffahrt.

Auch iranisch unterstützte Milizen in Irak und Syrien griffen nach dem 7. Oktober Ziele in der Region an. Nicht jede dieser Gruppen folgt bei jeder Entscheidung einem unmittelbaren Befehl aus Teheran. Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass Iran über Jahre Waffen, Ausbildung, Finanzierung oder technische Unterstützung bereitstellte.


Symbolische Darstellung des Mehrfrontenkonflikts mit Israel, Hamas, Hisbollah, Huthis und Iran
Symbolische Darstellung | Nach dem 7. Oktober weitete sich der Konflikt auf mehrere Fronten mit Hamas, Hisbollah und Huthis aus, die in unterschiedlichem Maß vom Iran unterstützt werden.

Gaza: Opferzahlen, Zerstörung und humanitäre Lage

Die laufende Totenzahl aus Gaza stammt aus dem Gesundheitsministerium innerhalb des von Hamas beherrschten Verwaltungssystems. Sie wird im politischen Deutungskampf als Anklage gegen Israel eingesetzt, obwohl sie nicht systematisch zwischen Zivilisten und Kämpfern trennt. Internationale Stellen, die sie zitieren, übernehmen eine Angabe aus der Verwaltung der Angreiferseite, keine eigene unabhängig verifizierte Opferzählung. Diese Herkunft und die fehlende Aufschlüsselung gehören an den Anfang jeder Einordnung.

Stand 20. September 2026 meldete das Gesundheitsministerium im Gazastreifen insgesamt 73.910 Tote seit Beginn des Krieges. Das ist der Stichtagswert dieser Behörde. Die Zahl ist weder eine zeitlose Endzahl noch eine Zahl ausschließlich getöteter Zivilisten.

Mit dem Zusammenbruch großer Teile des Gesundheits- und Registrierungssystems veränderte sich die Datenerhebung. Neben Krankenhausdaten spielten später auch Meldungen von Familien und nachträgliche Identifizierungen eine größere Rolle.

OCHA veröffentlicht diese Angaben mit ausdrücklicher Quellenzuordnung und kennzeichnet Zahlen, die nicht von den Vereinten Nationen selbst verifiziert wurden. Das UN-Logo macht aus einer Zahl der Gaza-Behörde keine unabhängig bestätigte UN-Opferzählung.

Im Januar 2026 berichtete Reuters unter Berufung auf israelische Medien, hochrangige israelische Militärvertreter akzeptierten eine Gesamtgrößenordnung von rund 70.000 palästinensischen Toten. Die IDF stellte anschließend klar, dass die genannten Zahlen keine offiziellen IDF-Daten seien. Selbst eine Annäherung bei der Gesamthöhe beantwortet außerdem nicht die entscheidende zweite Frage, wie viele der Getöteten Zivilisten und wie viele Angehörige bewaffneter Gruppen waren.

Israel veröffentlichte im Verlauf des Krieges eigene Schätzungen zu getöteten Hamas- und anderen Kämpfern. Eine der zuletzt breit berichteten israelischen Größenordnungen lag Anfang 2025 bei rund 20.000 getöteten Kämpfern. Diese Zahl war im September 2026 nicht mehr aktuell und lässt sich ebenso wenig vollständig unabhängig überprüfen wie die genaue zivile Aufschlüsselung der palästinensischen Gesamtzahl.

Dass in Gaza sehr viele Zivilisten gestorben sind, steht fest. Hamas trägt die Verantwortung dafür, diesen Krieg mit dem Massaker am 7. Oktober begonnen und ihn aus Wohngebieten, Tunneln und ziviler Infrastruktur geführt zu haben. Die Organisation hat die eigene Bevölkerung damit einer von ihr bewusst geschaffenen Kriegsgefahr ausgesetzt. Wer die Gesamtzahl als Zahl ausschließlich ziviler Opfer ausgibt und die Kämpfer darin verschwinden lässt, verfälscht den Befund.

Hamas und zivile Infrastruktur

Hamas hat über Jahre ein Tunnelsystem unter Wohngebieten gebaut und Waffenlager sowie militärische Einrichtungen in oder neben zivile Infrastruktur gelegt. Die IDF hat das während der Operationen an zahlreichen Stellen dokumentiert. Wer von dort kämpft, nimmt die Toten der eigenen Zivilbevölkerung in Kauf. Israel bleibt an Unterscheidung und Verhältnismäßigkeit gebunden. Die Verantwortung für diese Kriegsführung liegt bei der Organisation, die den Schutz der Zivilisten bewusst aufgegeben hat.

Hilfe, Hunger und Zerstörung

Evakuierungsanordnungen, zerstörte Wohnungen, eingeschränkte Infrastruktur und wiederholte Kämpfe führten zu einer schweren humanitären Krise. Hilfsorganisationen meldeten über den gesamten Krieg hinweg Probleme bei Versorgung, Unterkunft, medizinischer Behandlung und Zugang zu Hilfsgütern.

Die humanitäre Lage ist deshalb keine Propagandafrage. Sie ist eine dokumentierte Folge des Krieges.

Eine andere Frage ist, welche rechtliche Schlussfolgerung daraus gezogen wird. Hunger, Vertreibung und massive Zerstörung können für die Prüfung von Kriegsverbrechen oder anderen internationalen Straftaten relevant sein. Für den besonderen Tatbestand des Genozids muss jedoch zusätzlich die spezifische Absicht nachgewiesen werden, eine geschützte Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören.

UNRWA und der 7. Oktober

Auch das UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA geriet nach dem 7. Oktober in eine tiefe Krise. Israel warf Mitarbeitern der Organisation eine Beteiligung am Angriff vor.

Neun UNRWA-Mitarbeiter verloren ihre Stelle, nachdem das UN-Büro für interne Aufsichtsdienste OIOS Hinweise auf eine mögliche Beteiligung am 7. Oktober festgestellt hatte. Die UN-Untersuchung betraf insgesamt 19 Mitarbeiter. In einem Fall gab es keine Belege, in neun weiteren waren sie unzureichend. Bei den übrigen neun kam OIOS zu dem Ergebnis, dass das Material auf eine mögliche Beteiligung hindeute. UNRWA formulierte zusätzlich den Vorbehalt, die Belege müssten authentifiziert und bestätigt sein. Damit war keine strafrechtliche Schuld bewiesen. Der institutionelle Befund bleibt gravierend: Das Hilfswerk musste eigenes Personal wegen Hinweisen auf eine mögliche Beteiligung am Massaker entlassen. Seine Neutralitätsmechanismen hatten diese Risiken nicht verhindert.

Die unabhängige Untersuchung unter Catherine Colonna bewertete UNRWAs Neutralitätsmechanismen und empfahl zahlreiche Verbesserungen. Sie beschrieb die vorhandenen Regeln als vergleichsweise weit entwickelt. Die individuelle Beteiligung von Mitarbeitern am 7. Oktober war Gegenstand der gesonderten OIOS-Untersuchung. Colonnas Bewertung der Regeln ist deshalb keine Entlastung der neun Mitarbeiter und widerlegt deren mögliche Beteiligung nicht.

Israel beschloss im Oktober 2024 zwei Gesetze, die UNRWA-Aktivitäten auf israelisch kontrolliertem Staatsgebiet einschränkten und offiziellen Kontakt zwischen israelischen Behörden und der Organisation untersagten. Die Regelungen traten Ende Januar 2025 in Kraft. Die Vereinten Nationen bestreiten die völkerrechtliche Zulässigkeit dieser Einschränkungen.

Selbstverteidigung, Kriegsrecht und internationale Gerichte

Der 7. Oktober war ein bewaffneter Angriff auf Israel. Artikel 51 der UN-Charta erkennt Staaten das Recht auf individuelle und kollektive Selbstverteidigung gegen bewaffnete Angriffe zu.

Israel durfte sich gegen diesen bewaffneten Angriff verteidigen. Die rechtliche Prüfung einzelner Operationen ist davon getrennt.

Das Selbstverteidigungsrecht regelt die Frage, ob ein Staat grundsätzlich militärische Gewalt einsetzen darf. Das humanitäre Völkerrecht regelt, wie dieser Krieg geführt werden darf. Dazu gehören die Unterscheidung zwischen zivilen und militärischen Zielen, Verhältnismäßigkeit und Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung.

Der Internationale Gerichtshof

Südafrika leitete Ende 2023 vor dem Internationalen Gerichtshof ein Verfahren gegen Israel nach der Genozidkonvention ein. Der Gerichtshof ordnete mehrere vorläufige Maßnahmen an. Diese Entscheidungen waren kein Urteil, Israel habe einen Genozid begangen.

Stand September 2026 ist das Hauptverfahren weiterhin anhängig. Mit Beschluss vom 21. Mai 2026 setzte der Gerichtshof den 22. November 2027 als Frist für Südafrikas Reply und den 22. Mai 2029 für Israels Rejoinder fest. Die juristische Frage ist also weiterhin offen.

Der Internationale Strafgerichtshof

Am 21. November 2024 erließ der Internationale Strafgerichtshof Haftbefehle gegen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu und den damaligen Verteidigungsminister Yoav Gallant.

Dieselbe Kammer sah am selben Tag hinreichende Gründe für die Annahme, dass mindestens Deif, Sinwar und Haniyeh den 7. Oktober gemeinsam verabredet hatten. Der Haftbefehl gegen Deif umfasste unter anderem Mord, Auslöschung, Folter, Vergewaltigung und Geiselnahme. Die Anträge gegen Sinwar und Haniyeh waren nach Bestätigung ihres Todes zurückgezogen worden. Gegen sie ergingen an diesem Tag keine Haftbefehle. Wer nur die beiden israelischen Haftbefehle herausstellt und den Hamas-Teil derselben Akte verschweigt, unterschlägt einen zentralen Befund des Gerichtshofs. Ein Haftbefehl bleibt eine Verdachtsfeststellung, kein Urteil. Die Verbrechensliste gegen die Hamas-Führung ist trotzdem kein Fußnotenstoff.

Gegen Netanyahu und Gallant erklärte die Vorverfahrenskammer, es gebe hinreichende Gründe für den Verdacht auf Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, darunter den Vorwurf, Hunger als Methode der Kriegführung eingesetzt zu haben. Auch diese Feststellungen waren keine Schuldsprüche.

Nachdem der Gerichtshof ausreichende Informationen über Deifs Tod erhalten hatte, beendete er das Verfahren gegen ihn am 26. Februar 2025. Der Haftbefehl ist seitdem nicht mehr in Kraft.

Israel ist kein Vertragsstaat des Römischen Statuts und bestreitet die Zuständigkeit des Gerichtshofs. Der ICC begründet seine Zuständigkeit damit, dass Palästina dem Römischen Statut beigetreten sei und der Gerichtshof deshalb Handlungen im Gebiet erfassen könne, das er in seiner Rechtssprache als „West Bank, including East Jerusalem, and Gaza“ bezeichnet. Israel weist diese Zuständigkeitsauffassung zurück. Israel bezeichnete das Vorgehen des Gerichtshofs als politisch motiviert.

Der Waffenstillstand von Oktober 2025

Nach fast zwei Jahren Krieg entstand im Herbst 2025 ein neuer diplomatischer Rahmen. Am 9. Oktober unterzeichneten die Konfliktparteien erste Umsetzungsschritte eines von den Vereinigten Staaten vermittelten Plans. Am 10. Oktober trat ein Waffenstillstand in Kraft.

Am 13. Oktober wurden die letzten 20 lebenden israelischen Geiseln freigelassen. Israel entließ gleichzeitig palästinensische Gefangene und in Gaza festgenommene Personen.

Der UN-Sicherheitsrat unterstützte den neuen Rahmen am 17. November 2025 mit Resolution 2803. Der Plan sah eine schrittweise Demilitarisierung, eine neue zivile Verwaltung des Gazastreifens und internationalen Wiederaufbau vor.

Die Yellow Line: Gaza ist faktisch geteilt

Der Waffenstillstand schuf keine einheitliche Kontrolle über den Gazastreifen. Eine auf dem Boden mit gelben Betonmarkierungen gekennzeichnete Demarkationslinie, die sogenannte Yellow Line, markiert den Rand des Gebiets, in dem israelische Kräfte stationiert sind.

Reuters berichtete im Juli 2026, Israel habe zu diesem Zeitpunkt effektiv rund 64 Prozent des Gazastreifens kontrolliert. Nahezu die gesamte Bevölkerung von rund zwei Millionen Menschen konzentrierte sich demnach auf einen schmalen Küstenstreifen außerhalb dieser israelisch kontrollierten Zone. Bewohner und Hamas-Vertreter berichteten zudem, die Markierungen seien in mehreren Gebieten weiter in Richtung der palästinensisch bewohnten Zone verschoben worden. Die IDF erklärte, die Linie werde klar markiert, um Kontakte zwischen Zivilisten und israelischen Truppen zu vermeiden, und ihre Positionen dienten der Verteidigung Israels.

Genau an dieser Geografie hängt der politische Stillstand. Hamas lehnt eine vollständige Entwaffnung weiterhin ab. Israel koppelt weitere Rückzüge und umfangreichen Wiederaufbau an Demilitarisierung und Sicherheitsgarantien. Solange diese Reihenfolge nicht geklärt ist, bleiben große Gebiete unter israelischer Kontrolle, während die Bevölkerung in den übrigen Zonen auf engem Raum lebt und der Wiederaufbau kaum vorankommt.

Board of Peace und NCAG

Im Januar 2026 verkündete das Weiße Haus die Bildung des „National Committee for the Administration of Gaza“, kurz NCAG. Das technokratische Gremium unter Leitung von Ali Sha’ath soll zivile Verwaltung, Grundversorgung und Wiederaufbau organisieren.

Parallel wurde ein „Board of Peace“ geschaffen, das den politischen und wirtschaftlichen Übergangsprozess begleiten soll.

Auf dem Papier markierte dies den Übergang in Phase zwei des amerikanischen 20-Punkte-Plans. In der Praxis blieb die Umsetzung schwierig.

Die zentrale Streitfrage ist die Entwaffnung der Hamas. Hamas signalisierte Bereitschaft zu unterschiedlichen Übergangsmodellen und löste im Juli 2026 ihre bisherige zivile Regierung formell auf, akzeptierte jedoch keine vollständige und überprüfbare Entwaffnung nach israelischen Bedingungen. Israel wiederum knüpft weitere Rückzüge und umfangreichen Wiederaufbau an die Demilitarisierung der Organisation.

Der Waffenstillstand hält deshalb nur brüchig. Israel führt weiterhin Angriffe gegen Personen durch, die es als Hamas-Kommandeure bezeichnet. Hamas und Israel werfen einander fortlaufend Verstöße vor.

Reuters berichtete am 19. September 2026, seit Inkrafttreten des Waffenstillstands seien nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza mehr als 1.300 Palästinenser getötet worden; die dortigen Statistiken unterscheiden weiterhin nicht systematisch zwischen Kämpfern und Zivilisten. Auf israelischer Seite starben in diesem Zeitraum vier Soldaten. Der großflächige Wiederaufbau Gazas ist weiterhin kaum in Gang gekommen.

Israel innen: drei Jahre unter Hochspannung

Der 7. Oktober veränderte nicht nur Israels Außen- und Sicherheitspolitik. Er veränderte das Land selbst.

Die IDF veröffentlichte zahlreiche interne Untersuchungen zu einzelnen Angriffsorten und militärischen Abläufen. Dabei wurden schwere Fehler bei Nachrichtendiensten, Einsatzplanung, Kommunikation und der strategischen Einschätzung der Hamas eingeräumt.

Eine umfassende staatliche Untersuchung, die politische und militärische Verantwortung gemeinsam bewertet, ist dagegen auch im Herbst 2026 noch Gegenstand innenpolitischer Auseinandersetzungen.

Am 7. Juli 2026 billigte die Knesset in erster Lesung einen Gesetzentwurf für eine sogenannte staatlich-nationale Untersuchungskommission. Der Vorschlag sieht ein besonderes Verfahren zur Ernennung der Mitglieder vor und unterscheidet sich damit vom klassischen Modell einer staatlichen Untersuchungskommission. Teile der Opposition boykottierten das Verfahren.

Der militärische Preis

Die offizielle IDF-Gefallenenübersicht wies am 18. September 2026 insgesamt 968 gefallene Soldaten seit Kriegsbeginn am 7. Oktober 2023 aus. 472 davon starben seit Beginn der Bodenoperation im Gazastreifen am 27. Oktober 2023. Zusätzlich meldete die IDF 6.424 verwundete Soldaten seit Kriegsbeginn.

Diese Zahlen umfassen nicht sämtliche Angehörige von Polizei, Shin Bet und anderen Sicherheitsorganisationen und sind deshalb nicht mit einer Gesamtsumme aller israelischen Sicherheitskräfte gleichzusetzen.

Hinzu kommt eine jahrelange Belastung des Reservistensystems. Wiederholte Einberufungen, lange Einsatzzeiten und wirtschaftliche Folgen wurden zu einem innenpolitischen Thema.

Der Wahlkampf 2026

Am 27. Oktober 2026 soll Israel erstmals seit dem 7. Oktober wieder ein nationales Parlament wählen.

Die Themen des Krieges bestimmen den Wahlkampf: Verantwortung für den 7. Oktober, Gaza, die Zukunft der Hamas, Iran, die Untersuchungskommission und die Frage, wie ein dauerhafter Sicherheitsrahmen aussehen soll.

Der Deutungskampf begann praktisch sofort

Während Israel noch Tote identifizierte, Verletzte versorgte und nach Verschleppten suchte, begann in westlichen Städten bereits der politische Kampf um die Interpretation des Angriffs.

Am 8. Oktober fand am Times Square in New York eine große pro-palästinensische Demonstration statt. Das People’s Forum, einer der Organisatoren, bezeichnete den Hamas-geführten Angriff später als Teil eines „liberation struggle“ und verteidigte ein Recht auf Widerstand.

Bereits auf der Demonstration vom 8. Oktober tauchte auch Genozid-Rhetorik gegen Israel auf. Das ist für die Chronologie relevant: Solche politischen Vorwürfe waren bereits öffentlich sichtbar, bevor sich der folgende Krieg in Gaza zu seiner späteren Dimension entwickelt hatte.

Die politische Genozid-Rhetorik ging dem späteren gerichtlichen Verfahren voraus. Sie war bereits Teil der Mobilisierung, bevor ein Gericht die Vorwürfe prüfen konnte.


Symbolische Collage zum Deutungskampf mit israelischer Flagge, Kerzen, Protestschildern und Smartphones
Symbolische Darstellung | Nach dem 7. Oktober begann nicht nur ein Krieg, sondern auch ein Kampf um Fakten, Narrative und Propaganda.

Irans zweite Front: Israel im Informationskrieg

Iran unterstützte bewaffnete Gegner Israels und führte nach dem Massaker einen digitalen Einflusskampf. Das Microsoft Threat Analysis Center dokumentierte im Februar 2024 iranische Cyberangriffe und Einflussoperationen zur Unterstützung der Hamas und zur Schwächung Israels und seiner internationalen Unterstützer. Dazu gehörten erfundene Onlineidentitäten, Einschüchterung und irreführende Meldungen über angebliche Angriffserfolge.

Ein konkreter Fall zeigt die Methode: Die Persona „Soldiers of Solomon“ behauptete, Material aus dem Luftwaffenstützpunkt Nevatim erbeutet zu haben. Microsoft stellte fest, dass die veröffentlichten Kameraaufnahmen aus einem Ort nördlich von Tel Aviv mit einer Straße namens Nevatim stammten. Im Dezember 2023 wurden außerdem Streamingdienste gestört und durch eine gefälschte Nachrichtensendung mit einem offenbar KI-generierten Moderator ersetzt. Sie erreichte Zuschauer unter anderem in Großbritannien und Kanada. Microsoft beschrieb auch die Zusammenarbeit iranischer und Hisbollah-naher Cyberakteure. Für die unmittelbare Anfangsphase sah das Unternehmen dagegen wenig oder keine Abstimmung mit Hamas. Der Bericht belegt iranische Einflussoperationen nach dem Angriff, keinen iranischen Einsatzbefehl für das Massaker.

Die damalige US-Geheimdienstkoordinatorin Avril Haines erklärte am 9. Juli 2024, Akteure mit Verbindungen zur iranischen Regierung hätten sich online als Aktivisten ausgegeben, Proteste zum Gaza-Krieg angeregt und Demonstranten finanziell unterstützt. Darüber berichtete die Jerusalem Post unter Wiedergabe ihrer Erklärung. Haines bezog sich auf die USA und warnte, angesprochene Teilnehmer könnten sich der ausländischen Einflussnahme nicht bewusst sein.

Die politische Funktion solcher Operationen ist klar: Israel soll international Unterstützung verlieren, seine Gesellschaft soll verunsichert werden und der Hamas soll politischer Spielraum erhalten bleiben. Dafür muss eine Kampagne nicht jeden Teilnehmer kontrollieren. Es genügt, vorhandene Empörung zu verstärken, falsche Inhalte einzuschleusen und die Verantwortung der Angreifer aus dem Blick zu drängen.

Islamistische und linksextremistische Mobilisierung gegen Israel

Die Verbindung islamistischer und linksextremistischer Akteure erklärt sich nicht aus einer gemeinsamen Vorstellung von Freiheit. Sie finden über ein gemeinsames Feindbild zusammen. Eine Studie des hessischen Verfassungsschutzes zum Protestgeschehen nach dem 7. Oktober beschreibt Israelhass und Antisemitismus als verbindende Narrative. Der untersuchte Zeitraum reicht bis zum 6. Februar 2024.

Das Landesamt nennt die islamistische Gruppierung Realität Islam sowie unter anderem SDAJ, DKP und Palästina e.V. Es beschreibt, wie israelbezogene antisemitische Erzählungen, die Darstellung Israels als zu bekämpfende Kolonialmacht und die Rechtfertigung von Gewalt zur Mobilisierung genutzt werden. Extremistische Akteure binden dabei auch nicht extremistische Menschen in ihre Agitation ein. Der Befund ist mehr als eine Ähnlichkeit von Parolen: Die Behörde dokumentiert Annäherungen und Zusammenarbeit in Teilen des Protestmilieus.

Der Berliner Verfassungsschutzbericht für 2025 benennt VPNK, BDS Berlin und Young Struggle als prägende Akteure einer verfassungsschutzrelevanten israelfeindlichen Szene. Auf deren Veranstaltungen wurde nach Behördenangaben Israels Existenzrecht negiert und Hamas-Terror gefeiert.

Wer den Angriff als Befreiung verkauft, macht aus den Tätern politische Vorbilder. Wer die Verschleppten aus der Darstellung entfernt und ausschließlich Israel als Verursacher des Krieges präsentiert, verschiebt die Verantwortung. Und wer Juden im Ausland kollektiv für Israel verantwortlich macht, trägt den Konflikt als antisemitische Bedrohung in deren Alltag. Solche Akteure helfen, Gewalt zu rechtfertigen und israelische Opfer unsichtbar zu machen.

Eine nachgewiesene iranische Einflussoperation und die eigenständige Agitation einer linksextremistischen Gruppe sind unterschiedliche Vorgänge. Gemeinsame Parolen belegen keinen gemeinsamen Auftraggeber. Für die politische Wirkung braucht es diesen Auftraggeber auch nicht: Wer Hamas-Terror legitimiert und Israels Existenz bestreitet, unterstützt zentrale Ziele der Angreifer durch sein eigenes Handeln.

Deutschland: Feiern des Angriffs, Proteste und Antisemitismus

Deutschland brauchte nicht einmal bis zum nächsten Tag. Die Berliner Polizei dokumentierte bereits am 7. Oktober in Neukölln Personen, die im Zusammenhang mit dem Hamas-Angriff Süßigkeiten beziehungsweise Backwaren verteilten.

Der Berliner Verfassungsschutz bezeichnete die Aktion später als Feier eines angeblichen „Sieges des Widerstands“. Samidoun erklärte sich mit dem Angriff solidarisch und rechtfertigte ihn als Widerstand.

Am 2. November 2023 verbot das Bundesinnenministerium die Betätigung der Hamas in Deutschland und das internationale Netzwerk Samidoun einschließlich seiner deutschen Teilorganisationen.

Das ist für die zeitliche Einordnung entscheidend. Die öffentliche Rechtfertigung und teilweise Feier des Angriffs begann nicht erst nach wochenlangen Kämpfen in Gaza. Sie begann, während Israel das Ausmaß des Massakers noch gar nicht vollständig kannte.

Institutionen: Die ersten Reaktionen waren klarer als die Straße

Die gemeinsame Erklärung von SPD, Grünen, CDU, CSU und FDP vom 7. Oktober verurteilte den Terror und betonte Israels Recht auf Selbstverteidigung. Die Unterzeichner bezeichneten die Angriffe als Verbrechen, die nicht zu rechtfertigen sind.

Auch die Evangelische Kirche in Deutschland verurteilte am 8. Oktober die terroristischen Angriffe und bekundete Solidarität mit Israel. Der Deutsche Gewerkschaftsbund verurteilte am 10. Oktober Mord und Entführung israelischer Zivilisten ausdrücklich als Terror und Kriegsverbrechen.

Die klaren institutionellen Verurteilungen standen neben dem Jubel und den Rechtfertigungen aus Teilen der aktivistischen Szene. Gerade dieser Gegensatz zeigt, wie früh der politische Kampf um die Bedeutung des Massakers begann.

Die Geiselplakate wurden selbst zum Ziel

Nach dem 7. Oktober tauchten in vielen deutschen und westlichen Städten Plakate mit Fotos der Verschleppten auf. Sie sollten sichtbar machen, dass hinter dem Wort „Geiseln“ konkrete Menschen standen.

RIAS dokumentierte zahlreiche Fälle, in denen diese Plakate heruntergerissen, die Gesichter der Geiseln herausgekratzt, überklebt oder beschmiert wurden. Das betraf auch Plakate für deutsche und israelische Opfer.

Wer das Foto eines entführten Menschen von einer Wand reißt, kritisiert keine israelische Militäroperation. Er entfernt die Erinnerung an einen Menschen, der von Terroristen verschleppt wurde.

Campus, rote Dreiecke und Intifada-Parolen

Auch deutsche Hochschulen entwickelten sich nach dem 7. Oktober zu einem politischen Konfliktfeld. Besetzungen, Demonstrationen und Protestcamps wurden teilweise von antisemitischen Schmierereien, Gewaltaufrufen oder Symbolen begleitet, die aus der Hamas-Propaganda bekannt sind.

Hamas nutzt das nach unten gerichtete rote Dreieck in Propagandavideos zur Zielmarkierung. Auf deutschen Campus und in Demonstrationszusammenhängen wird es genau in dieser Funktion verwendet. Dann ist es kein Grafikspiel, sondern eine Markierung.

Antisemitismus stieg massiv an

Parallel verzeichneten Meldestellen und Sicherheitsbehörden einen drastischen Anstieg antisemitischer Vorfälle und Straftaten in Deutschland. Dabei müssen zwei unterschiedliche Datensätze sauber getrennt werden.

RIAS dokumentiert auch antisemitische Vorfälle unterhalb der Strafbarkeitsschwelle. Für 2025 erfasste der Bundesverband 8.725 antisemitische Vorfälle. 68 Prozent davon ordnete RIAS der Erscheinungsform des israelbezogenen Antisemitismus zu.

Die Polizeistatistik zählt dagegen Straftaten. Für 2025 weist die Bundesregierung 6.548 antisemitische Straftaten aus. 3.163 davon, also 48,3 Prozent, hatten einen Israel-Bezug.

Zum Vergleich: 2022 hatten von 2.641 antisemitischen Straftaten lediglich 63 einen entsprechenden Israel-Bezug. Damit hat sich nicht nur die Zahl antisemitischer Taten verändert. Auch ihre Struktur hat sich seit dem 7. Oktober deutlich verschoben.

Antisemitismus kommt dabei aus unterschiedlichen politischen und ideologischen Milieus. Rechtsextremer Judenhass bleibt eine erhebliche Gefahr. Daneben dokumentieren die Sicherheitsbehörden antisemitische Straftaten aus dem Bereich ausländischer Ideologie, religiös beziehungsweise islamistisch motivierter Ideologie, aus linken Milieus und aus sonstigen Zusammenhängen.

Für ältere Statistiken ist außerdem wichtig: Die frühere besondere Zuordnungsregel für antisemitische Straftaten mit unbekannter Motivation wurde zum 1. Januar 2024 abgeschafft. Aktuelle PMK-Zahlen dürfen deshalb nicht einfach mit älteren Zuordnungsmechanismen gleichgesetzt werden.


Symbolische Darstellung jüdischen Lebens unter Druck mit Kippa, Davidsternen, Kerzen und Protestschildern
Symbolische Darstellung | Seit dem 7. Oktober berichten jüdische Gemeinden in Deutschland von wachsender Bedrohung, Ausgrenzung und einem Rückzug jüdischen Lebens aus Teilen des öffentlichen Raums.

Jüdisches Leben wurde unsicherer

Statistiken erzählen nur einen Teil dieser Geschichte. Der eigentliche Preis zeigt sich im Alltag.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland befragte 2026 Führungspersonen von 102 jüdischen Gemeinden und Landesverbänden. 68 Prozent erklärten, jüdisches Leben in Deutschland sei für sie unsicherer als vor dem 7. Oktober 2023. Gleichzeitig sank die wahrgenommene gesellschaftliche Solidarität von 62 Prozent im Jahr 2023 auf 35 Prozent im Jahr 2026.

Das zeigt sich an vielen Orten. Synagogen brauchen Polizeischutz. Veranstaltungen benötigen Sicherheitskonzepte. Jüdische Studenten berichten von Anfeindungen. Restaurants und andere als israelisch oder jüdisch wahrgenommene Einrichtungen wurden zum Ziel politischer Aktionen und antisemitischer Vorfälle.

Menschen überlegen wieder, ob sie eine Kippa sichtbar tragen. Ob ein Davidstern unter der Kleidung verschwinden sollte. Ob Hebräisch auf der Straße gesprochen werden kann.

Eine Synagoge führt keinen Krieg in Gaza. Ein jüdischer Student ist kein israelischer Minister. Ein jüdischer Unternehmer entscheidet nicht über militärische Operationen.

Wer Juden trotzdem kollektiv für Handlungen des Staates Israel verantwortlich macht, kritisiert keine Regierung. Er macht jüdische Menschen aufgrund ihrer Identität zu Ersatzadressaten eines politischen Konflikts.

Der Brandanschlag von Wuppertal 2026

Wie aktuell diese Gefahr geblieben ist, zeigte sich noch im September 2026. Am 17. September wurde ein Brandanschlag auf die Bergische Synagoge in Wuppertal verübt. Nach Angaben der Polizei wurde ein polizeibekannter 37-jähriger Mann mit afghanischer Staatsangehörigkeit in Tatortnähe festgenommen. Nach ersten Erkenntnissen handelte er allein. Der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen.

Die Staatsanwaltschaft erklärte am folgenden Tag, die bisherigen Erkenntnisse sprächen für ein antisemitisches Motiv. Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund lagen zu diesem Zeitpunkt ausdrücklich nicht vor.

Der Narrativkrieg

Mit zunehmendem zeitlichen Abstand begann ein weiterer Kampf: der Kampf um die Tatsachen des 7. Oktober selbst.

Die geplanten Hamas-geführten Angriffe auf zivile Gemeinden, die Tötungen und Entführungen sind durch Videos, Zeugenaussagen und spätere Untersuchungen dokumentiert. Im Narrativkrieg werden Korrekturen einzelner früher Meldungen genutzt, um diesen Gesamtbefund anzugreifen. Falsche Einzelangaben müssen korrigiert werden. Sie machen die dokumentierten Verbrechen nicht ungeschehen.


⚠️ Behauptungen, die den Befund verfälschen

„Der 7. Oktober war Widerstand“: Die vorsätzliche Ermordung und Verschleppung von Zivilisten wird durch diese Bezeichnung nicht rechtmäßig. Wer solche Taten als Befreiung verkauft, rechtfertigt Terror.

„Israel hat die meisten eigenen Opfer getötet“: Dafür gibt es keinen belastbaren Nachweis. Dokumentiertes israelisches Eigenfeuer in einzelnen Situationen belegt diese Gesamtbehauptung nicht. Die gezielten Tötungen und Entführungen durch Hamas-geführte Gruppen sind an zahlreichen zivilen Orten dokumentiert.

„Sexuelle Gewalt wurde erfunden“: Der Patten-Bericht fand hinreichende Gründe für sexuelle Gewalt einschließlich Vergewaltigungen an mehreren Angriffsorten und klare sowie überzeugende Informationen zu sexueller Gewalt gegen einige Geiseln. Die Korrektur unbestätigter Einzelberichte widerlegt diese Befunde nicht.

„Alle gemeldeten Gaza-Toten waren Zivilisten“: Die laufende Gesamtzahl des Gesundheitsministeriums trennt nicht systematisch zwischen Zivilisten und Kämpfern. Sie als reine Zivilistenzahl auszugeben, verfälscht ihren Aussagegehalt.

„Juden im Ausland sind für Israel verantwortlich“: Ein jüdischer Student, eine Synagoge oder ein jüdisches Geschäft trägt keine kollektive Verantwortung für Entscheidungen der israelischen Regierung. Die Beschuldigung von Juden aufgrund ihrer Identität ist Antisemitismus.

Al-Ahli als Lehrstück für frühe Kriegsberichterstattung

Am 17. Oktober 2023 explodierte es am Al-Ahli-Krankenhaus in Gaza. Das von Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium meldete noch am selben Abend Hunderte Tote und gab einen israelischen Luftangriff als Ursache aus. International wurde die Behauptung von rund 500 Toten verbreitet. Die Tagesschau stellte die Meldung unter die Überschrift „Hamas meldet Hunderte Tote nach Explosion in Krankenhaus“ und gab die israelische Zurückweisung daneben wieder.

Am 26. Oktober kam der ARD-Faktenfinder nach OSINT-Auswertung zu dem Ergebnis, mehrere Hinweise sprächen für eine fehlgeleitete Rakete aus Gaza. Auch Human Rights Watch sah später Hinweise auf eine Raketenmunition, wie sie palästinensische bewaffnete Gruppen einsetzen. Ein von Reuters am 19. Oktober ausgewerteter US-Geheimdienstbericht schätzte die Opferzahl auf wahrscheinlich das untere Ende einer Spanne von 100 bis 300, deutlich unter der Erstmeldung. Die genaue Zahl blieb ungeklärt.

Das erste Bild war trotzdem gesetzt: Israel habe ein Krankenhaus bombardiert und Hunderte getötet. Genau so wirkt Kriegspropaganda. Die vorschnelle Schuldzuweisung und die ungeprüfte hohe Zahl prägen den Abend. Spätere Befunde, die diese Darstellung erschüttern, folgen erst, wenn die Schlagzeile längst verbreitet ist.

Wenn Redaktionen die Erzählung der Täter verstärken

Die New York Times räumte am 23. Oktober 2023 ein, dass ihre frühe Berichterstattung über Al-Ahli zu stark auf Aussagen der Hamas gestützt gewesen sei. Sie habe nicht deutlich genug gemacht, dass diese Angaben zunächst nicht überprüft werden konnten. Die Darstellung habe einen falschen Eindruck vom gesicherten Wissen und von der Glaubwürdigkeit der Behauptungen vermittelt. Die Times of Israel dokumentierte diese Selbstkritik.

Eine Quellenangabe ersetzt keine Prüfung. Auch eine als Hamas-Meldung gekennzeichnete Behauptung kann durch Überschrift, Bildauswahl und ständige Wiederholung zur vermeintlichen Gewissheit werden. Wer eine ungesicherte Beschuldigung prominent verbreitet, muss ihre Unsicherheit ebenso deutlich benennen und spätere Korrekturen sichtbar machen. Sonst gewinnt die Propaganda der Täter Reichweite und Glaubwürdigkeit durch die Autorität der Redaktion.

Zur journalistischen Einordnung dieses Krieges gehört auch seine Ursache: Hamas hat ihn mit dem Massaker vom 7. Oktober ausgelöst. Ihre Geiselnahmen, ihre militärische Nutzung ziviler Infrastruktur und die angekündigte Wiederholung des Angriffs erklären die fortbestehende Bedrohung Israels. Wo dieser Zusammenhang aus der Berichterstattung verschwindet, erscheint Israels militärische Antwort als Gewalt ohne Vorgeschichte. Das blendet die Verantwortung der Hamas aus und verzerrt den Blick auf Israels Selbstverteidigung.

September 2026: Was vom Krieg geblieben ist

Fast drei Jahre nach dem Massaker ist die Lage grundlegend anders als im Oktober 2023, aber sie ist nicht gelöst.

Alle Geiseln des 7. Oktober sind inzwischen nach Israel zurückgekehrt, lebend oder tot. Hamas ist militärisch schwer getroffen und hat einen großen Teil ihrer damaligen Führung verloren. Die Organisation ist jedoch weder politisch noch militärisch vollständig verschwunden. Khalil al-Hayya steht seit Juli 2026 an ihrer Spitze und führt die politische Linie aus dem Exil weiter, während Hamas-Strukturen im Gazastreifen versuchen, Sicherheits- und militärische Fähigkeiten zu erhalten oder wieder aufzubauen.

Im Gazastreifen gilt seit Oktober 2025 ein brüchiger Waffenstillstand. Der Wiederaufbau stockt. Die Yellow Line teilt den Gazastreifen faktisch in eine große israelisch kontrollierte Zone und einen dicht besiedelten Küstenraum. Der amerikanische 20-Punkte-Plan, das Board of Peace und das NCAG haben institutionelle Strukturen geschaffen, aber zentrale Fragen bleiben offen: Entwaffnung der Hamas, israelischer Rückzug, internationale Sicherheitsgarantien und Finanzierung des Wiederaufbaus.

Die Hisbollah hat einen großen Teil ihrer Führungsgeneration von 2023 verloren, ist aber nicht vollständig entwaffnet. Israel hält weiterhin eine Pufferzone im Südlibanon, während die libanesische Regierung und internationale Vermittler auf einen neuen Sicherheitsrahmen drängen.

Iran ist vom Unterstützer regionaler bewaffneter Gruppen selbst zum direkten Kriegsgegner Israels und der Vereinigten Staaten geworden. Mehrere Waffenruheversuche und Verhandlungen haben bis September 2026 keine stabile politische Lösung geschaffen.

Israel selbst befindet sich im Wahlkampf und streitet weiterhin darüber, wer die politische Verantwortung für den 7. Oktober trägt und wie die umfassende Untersuchung aussehen soll.

Und in Deutschland ist der 7. Oktober längst kein entferntes Ereignis mehr. Er hat sich in Sicherheitskonzepte jüdischer Gemeinden, Polizeischutz, Hochschulkonflikte, Demonstrationen und den Alltag vieler Juden eingeschrieben.


Der 7. Oktober war kein Ausbruch und kein Widerstand. Er war ein geplanter Vernichtungsangriff auf Juden in ihrem Staat und auf weitere Menschen, die dort lebten oder zu Besuch waren, mit dokumentierter sexueller Gewalt einschließlich Vergewaltigungen, Verschleppung und der offenen Ansage aus der Hamas-Führung, solche Angriffe zu wiederholen. Israel hat ihn nicht kommen sehen. Das ist ein schweres Versagen des Staates, keine Mitschuld der Ermordeten. Ohne den Hamas-Angriff vom 7. Oktober hätte es diesen Gaza-Krieg nicht gegeben. Der Krieg danach war die Antwort auf eine Organisation, die diesen Großangriff jahrelang vorbereitet hatte und drei Wochen nach dem Massaker bereits seine Wiederholung ankündigte.

Wer hier Hamas-Terror als Widerstand feiert, Geiselplakate abreißt oder Juden für Israels Selbstverteidigung verantwortlich macht, betreibt keine Friedenspolitik, er rechtfertigt die Täter oder macht Juden zu Zielen.

ℹ️ Faktenbasis und Primärquellen zum Artikel 📑

▶️ Human Rights Watch:
October 7 Crimes Against Humanity, War Crimes by Hamas-led Groups
Untersuchung vom 17. Juli 2024: gezielte Angriffe auf Zivilisten, Granaten und Schüsse in Schutzräume sowie Brandstiftung an Wohnhäusern mit tödlichen Folgen für Bewohner.

▶️ CNN:
Inside Politics, Sendung vom 9. Oktober 2023
Hadas Gold beschreibt eine von der IDF bereitgestellte Körperkameraaufnahme aus Sufa, auf der Hamas-Angreifer einen heranlaufenden Hund erschießen.

▶️ Microsoft Threat Analysis Center:
Iran accelerates cyber ops against Israel from chaotic start
Analyse vom 6. Februar 2024 zu iranischen Cyberangriffen, erfundenen Identitäten und Einflussoperationen nach dem Hamas-Angriff.

▶️ Jerusalem Post / Avril Haines:
US intel chief: Iran influence campaign stoking, funding anti-Israel protests
Bericht vom 9. Juli 2024, aktualisiert am 10. Juli, mit der Erklärung der damaligen US-Geheimdienstkoordinatorin zu iranischer Einflussnahme auf US-Proteste.

▶️ Landesamt für Verfassungsschutz Hessen:
Vorstellung der Studie „Auf der Straße gegen den gemeinsamen Feind“
Behördliche Befunde zu antisemitischen Narrativen, extremistischer Mobilisierung und Zusammenarbeit im Protestgeschehen bis zum 6. Februar 2024.

▶️ Berliner Verfassungsschutz:
Verfassungsschutzbericht 2025: Vorstellung am 2. Juni 2026
Benennt unter anderem VPNK, BDS Berlin und Young Struggle in der verfassungsschutzrelevanten israelfeindlichen Szene.

▶️ Times of Israel / israelische Fernsehinterviews:
Rachel und David Edry: Überleben und Befreiung in Ofakim
Bericht mit Aussagen des Ehepaars und der beteiligten Polizei nach der Befreiung am 8. Oktober 2023.

▶️ Times of Israel / Amit Soussana:
Urging help for hostages, freed captive fears for resilience of those still held
Öffentliche Aussage Soussanas am 29. Januar 2024 vor ihrem zerstörten Haus in Kfar Aza.

▶️ Times of Israel / gefilmte Zeugenaussage:
Former captive describes Hamas guard’s sexual abuse in new footage
Bericht vom 3. April 2024 zur gefilmten Aussage Soussanas für „Screams Before Silence“.

▶️ Reuters:
U.S. intel says Gaza hospital death toll likely between 100–300
Bericht vom 19. Oktober 2023 über die vorläufige US-Geheimdienstschätzung zur Opferzahl der Al-Ahli-Explosion.

▶️ MEMRI / LBC:
Interview mit Ghazi Hamad vom 24. Oktober 2023
Transkript und Übersetzung seiner Ankündigung weiterer Angriffe und der Vernichtung Israels; veröffentlicht am 1. November 2023.

▶️ Times of Israel:
Hamas official says group will repeat Oct. 7 attack
Bericht vom 1. November 2023 zum LBC-Interview.

▶️ Times of Israel / IDF-Untersuchung:
IDF inquiry into the Nova festival massacre
Bericht vom 3. April 2025: 378 Getötete, darunter 344 Zivilisten, und 44 Entführte; erfasst auch verbundene Flucht- und Kampfplätze.

▶️ IDF:
Ariel and Kfir Bibas: forensic identification and findings
Mitteilung vom 21. Februar 2025 zu Identifizierung, Alter beim Tod, Mord in der Gefangenschaft und der zunächst falsch zugeordneten Leiche.

▶️ Times of Israel / Institut für Rechtsmedizin:
Forensics chief confirms identification of Shiri Bibas
Bericht vom 22. Februar 2025 zur Identifizierung und zur Erklärung von Institutsleiter Chen Kugel, es gebe keine Hinweise auf Verletzungen durch Bombardierung.

▶️ Internationaler Strafgerichtshof:
Arrest warrant for Mohammed Deif, 21 November 2024
Vorwürfe gegen Deif, gemeinsamer Angriffsplan der Hamas-Führung und Rücknahme der Anträge gegen die verstorbenen Haniyeh und Sinwar.

▶️ Vereinte Nationen:
Independent review panel releases final report on UNRWA
Auftrag und Ergebnisse der Colonna-Prüfung der Neutralitätsmechanismen; getrennt von der OIOS-Untersuchung zu einzelnen Mitarbeitern.

▶️ UN-Untersuchungskommission:
Report A/HRC/56/26 zum 7. Oktober und zum folgenden Krieg
Enthält die Opferstruktur des 7. Oktober sowie Feststellungen zu Angriffen auf zivile Orte und Militärbasen.

▶️ Human Rights Watch:
October 7 Crimes Against Humanity, War Crimes by Hamas-Led Groups
Umfangreiche Untersuchung der Angriffe auf zivile Orte, der beteiligten bewaffneten Gruppen, der Tötungen und Geiselnahmen.

▶️ UN-Sonderbeauftragte Pramila Patten:
Mission Report zu sexueller Gewalt am 7. Oktober und gegen Geiseln
Vollständiger Missionsbericht mit Beweisstandard, bestätigten Befunden und nicht bestätigten Einzelvorwürfen.

▶️ Israel Defense Forces:
Battle of Kibbutz Be’eri – The Inquiry
IDF-Untersuchung des Kampfes um Be’eri und des Versagens beim Schutz der Bewohner.

▶️ Israelisches Gesundheitsministerium:
The Impact of Captivity on the Physical and Mental Health of Hostages
Medizinischer Bericht vom 12. August 2025 zu zwölf im Januar und Februar 2025 zurückgekehrten Geiseln; dokumentiert körperliche und psychische Folgen der Gefangenschaft.

▶️ Israel Defense Forces:
All Hostages Have Been Returned From the Gaza Strip to Israel
Abschluss der Geiselfrage mit der Rückführung von Ran Gvili am 26. Januar 2026.

▶️ US Department of State:
Country Reports on Terrorism 2023
Dokumentiert iranische Unterstützung für Hamas, Hisbollah, Huthis und weitere bewaffnete Organisationen.

▶️ UNIFIL:
Statement vom 8. Oktober 2023
Dokumentiert den Beginn der militärischen Eskalation an Israels Grenze zum Libanon unmittelbar nach dem Hamas-Angriff.

▶️ Reuters:
Israel’s war in Lebanon against Hezbollah since Oct. 7, 2023
Bilanz der Nordfront bis zum Waffenstillstand im November 2024, einschließlich israelischer Evakuierungen und Opferzahlen.

▶️ Reuters:
Israel’s yellow line, a shifting edge of war pushing Gazans from home
Beschreibt die territoriale Aufteilung Gazas nach dem Waffenstillstand von 2025 und die israelische Kontrolle über rund 64 Prozent des Gebiets im Sommer 2026.

▶️ Reuters:
Hamas names Khalil Al-Hayya as new overall leader
Dokumentiert die Ernennung Khalil al-Hayyas zum Hamas-Gesamtführer im Juli 2026.

▶️ Reuters:
Hamas dissolves Gaza government
Dokumentiert die Auflösung der De-facto-Regierung im Juli 2026 und das Fortbestehen von Sicherheits- und Polizeistrukturen.

▶️ Reuters:
Israel and Lebanon to meet in Rome in October
Aktueller Stand September 2026 zur israelischen Pufferzone im Südlibanon und zu den stockenden Entwaffnungsbemühungen gegenüber der Hisbollah.

▶️ Reuters:
Trump says ‚hopefully we are towards end‘ of Iran war
Aktueller Stand vom 16. September 2026 zum weiterhin laufenden Iran-Krieg und zu parallelen Verhandlungen.

▶️ Reuters:
Iranian leader Khamenei killed in air strikes as U.S., Israel launch attacks
Reuters-Bericht zum Beginn der neuen direkten Kriegsphase am 28. Februar 2026 und zum Tod Ali Khameneis.

▶️ Reuters:
Israel’s election will be held on October 27
Bestätigt den Wahltermin am 27. Oktober 2026.

▶️ Internationale Atomenergiebehörde:
Iran nuclear verification and monitoring
Dokumentiert die Auswirkungen der Angriffe 2025 auf iranische Nuklearanlagen und die Arbeit der IAEA.

▶️ Internationale Seeschifffahrtsorganisation:
Red Sea shipping attacks
Dokumentiert die Huthi-Angriffe auf die internationale Schifffahrt und deren Folgen.

▶️ Internationale Seeschifffahrtsorganisation:
Statement on deadly ship attack in the Red Sea
Aktueller IMO-Nachweis vom 12. August 2026 zu erneut tödlichen Angriffen auf die internationale Schifffahrt im Roten Meer.

▶️ OCHA:
Reported Impact Snapshot, Gaza Strip, 9 September 2026
Humanitäre Daten mit ausdrücklicher Quellenkennzeichnung nicht unabhängig von der UN verifizierter Opferzahlen.

▶️ UNRWA / OIOS:
OIOS investigation of UNRWA staff
Ergebnisse der UN-Untersuchung zu 19 UNRWA-Mitarbeitern und Vorwürfen einer Beteiligung am 7. Oktober.

▶️ Internationaler Gerichtshof:
South Africa v. Israel – Orders
Offizielle IGH-Verfahrensseite. Der Beschluss vom 21. Mai 2026 setzt den 22. November 2027 für Südafrikas Reply und den 22. Mai 2029 für Israels Rejoinder fest.

▶️ Internationaler Strafgerichtshof:
Arrest warrants for Benjamin Netanyahu and Yoav Gallant
Haftbefehle vom 21. November 2024 und Begründung der Vorverfahrenskammer.

▶️ Internationaler Strafgerichtshof:
Decision terminating proceedings against Mohammed Deif
Beschluss vom 26. Februar 2025: Das Verfahren gegen Mohammed Deif wurde nach Bestätigung seines Todes beendet; der Haftbefehl ist nicht mehr in Kraft.

▶️ UN-Sicherheitsrat:
Resolution 2803 (2025)
Offizieller Beschluss vom 17. November 2025 zum Comprehensive Plan, Board of Peace und zur Übergangsordnung für Gaza.

▶️ Weißes Haus:
Comprehensive Plan to End the Gaza Conflict
Bildung des NCAG und institutioneller Rahmen des Gaza-Plans ab Januar 2026.

▶️ Reuters:
Israeli strikes kill three people in Gaza, medics say
Aktueller Stand vom 19. September 2026 zum Waffenstillstand, zu Angriffen, den von Gaza-Behörden gemeldeten Opferzahlen und dem stockenden Wiederaufbau.

▶️ Human Rights Watch:
Erkenntnisse zur Explosion am Al-Ahli-Krankenhaus
Analyse der Explosion vom 17. Oktober 2023 und der Hinweise auf eine fehlgeleitete Rakete.

▶️ Tagesschau:
Hamas meldet Hunderte Tote nach Explosion in Krankenhaus
Zeitgenössische Erstberichterstattung vom 17. Oktober 2023 mit Attribution an das Gesundheitsministerium in Gaza und israelischem Dementi.

▶️ New York Times / Times of Israel:
Editors’ Note: Gaza Hospital Coverage
Selbstkritik vom 23. Oktober 2023 zur frühen Al-Ahli-Berichterstattung; dokumentiert von der Times of Israel.

▶️ ARD-Faktenfinder:
Was für die Version der israelischen Armee spricht
Spätere OSINT-Auswertung zur Explosion am Al-Ahli-Krankenhaus.

▶️ Berliner Polizei:
Polizeimeldung vom 7. Oktober 2023
Dokumentiert die Verteilung von Süßigkeiten und Backwaren in Berlin-Neukölln im Zusammenhang mit dem Hamas-Angriff.

▶️ The People’s Forum:
Statement on Times Square Palestine Protest Held on October 8, 2023
Originalquelle eines Mitorganisators zur politischen Einordnung und Rechtfertigung des Angriffs.

▶️ Deutscher Bundestag / Bundesregierung:
Angaben zum Verbot von Hamas und Samidoun
Dokumentiert das Betätigungsverbot gegen Hamas sowie das Verbot und die Auflösung von Samidoun Deutschland vom 2. November 2023.

▶️ RIAS Hessen:
Der Terrorangriff der Hamas und seine Folgen in Hessen
Dokumentiert unter anderem das Abreißen, Beschmieren und Überkleben von Geiselplakaten.

▶️ Bundesverband RIAS:
Antisemitische Vorfälle in Deutschland 2025
Jahresbericht mit 8.725 dokumentierten Vorfällen und einem Anteil von 68 Prozent israelbezogenem Antisemitismus.

▶️ Deutscher Bundestag:
Zahl antisemitischer Straftaten mit Israel-Bezug
Aktuelle Regierungsangaben für 2025: 6.548 antisemitische Straftaten, davon 3.163 mit Israel-Bezug.

▶️ Zentralrat der Juden in Deutschland:
Lagebild der Jüdischen Gemeinden 2026
Befragung jüdischer Gemeinden zur Sicherheitslage und zur Veränderung jüdischen Lebens seit dem 7. Oktober.

▶️ Tagesschau / WDR:
Brandanschlag auf die Synagoge in Wuppertal
Ermittlungsstand vom 18. September 2026: antisemitisches Motiv; bislang keine Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund.

▶️ Israel Defense Forces:
Gefallene und Verwundete im Krieg
Offizielle IDF-Zahlen vom 18. September 2026: 968 gefallene und 6.424 verwundete Soldaten seit Kriegsbeginn.

▶️ Human Rights Watch:
Questions and Answers: The Hamas-Led Armed Groups‘ October 7 Assault
Dokumentiert mindestens fünf beteiligte bewaffnete Organisationen und ordnet die Beteiligung weiterer Personen nach den Grenzdurchbrüchen ein.

▶️ Civil Commission on October 7th Crimes:
Silenced No More
Unabhängiger Bericht von 2026 zu sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt am 7. Oktober und in der Geiselhaft.

▶️ Associated Press:
Independent commission reports on sexual violence linked to October 7 and captivity
Berichterstattung über den Civil-Commission-Bericht mit Hinweis auf Grenzen der unabhängigen Verifizierbarkeit einzelner Befunde.

▶️ Meir Amit Intelligence and Terrorism Information Center:
The Deception Plan Practiced by Hamas before the October 7, 2023 Attack
Auswertung sichergestellter Hamas-Unterlagen zum strategischen Täuschungsplan ab 2022.

▶️ Jerusalem Post:
Secret Hamas records reveal covert deception plan behind October 7
Bericht vom 18. Juni 2026 über die vom Meir-Amit-Institut ausgewerteten internen Hamas-Dokumente.

▶️ New York Times:
Secret Documents Show Hamas Tried to Persuade Iran to Join Its Oct. 7 Attack
Auswertung von Protokollen aus zehn internen Hamas-Führungssitzungen zum „Big Project“, zur Täuschung Israels und zu Versuchen, Iran und Hisbollah einzubinden.

▶️ Bundeszentrale für politische Bildung:
Antisemitismus im Islamismus
Einordnung der Hamas-Charta von 1988 und ihrer antisemitischen Verschwörungserzählungen.

▶️ Reuters:
Hamas leader says new document does not replace founding charter
Reuters-Bericht von Mai 2017 zur Aussage Mahmoud al-Zahars, das neue Hamas-Papier ersetze die Gründungscharta nicht.

▶️ Reuters:
Qatar stalls its Gaza ceasefire mediation
Hintergrund zur Hamas-Präsenz in Doha und zur von Katar beschriebenen Vermittlungsfunktion.

▶️ Reuters:
Erdogan says Turkey ready to help with ceasefire in Gaza
Reuters-Bericht vom 27. November 2024: Die Türkei stuft Hamas nicht als Terrororganisation ein und empfängt regelmäßig hochrangige Mitglieder der Organisation.

▶️ UN-Generalversammlung:
General Assembly adopts resolution on humanitarian truce, 27 October 2023
Dokumentiert die Resolution zur humanitären Waffenruhe und den gescheiterten Zusatzantrag zur ausdrücklichen Verurteilung der Hamas-Angriffe.

▶️ Gesundheitsministerium Gaza:
Daily Statistical Report, 20 September 2026
Stichtagsquelle für die vom Gesundheitsministerium im Gazastreifen gemeldete Gesamtzahl von 73.910 Toten am 20. September 2026.

▶️ Reuters:
Israel military reported to accept death toll of around 70,000 in Gaza
Bericht zur gemeldeten Annäherung bei der Gesamtgrößenordnung und zur Klarstellung der IDF, dass es sich nicht um offizielle IDF-Daten handelte.

▶️ SPD, Grüne, CDU, CSU und FDP:
Gemeinsame Erklärung: Solidarität mit den Menschen in Israel
Gemeinsame Erklärung der Parteivorsitzenden vom 7. Oktober 2023 mit Verurteilung des Hamas-Terrors und Unterstützung des israelischen Selbstverteidigungsrechts.

▶️ Evangelische Kirche in Deutschland:
Welle der Solidarität mit Israel
Dokumentiert die Verurteilung der terroristischen Angriffe und die Solidaritätserklärung vom 8. Oktober 2023.

▶️ Deutscher Gewerkschaftsbund:
Solidarität mit Israel
DGB-Erklärung vom 10. Oktober 2023, die Mord und Entführung israelischer Zivilisten als Terror und Kriegsverbrechen verurteilt.

▶️ Polizei Wuppertal:
Verdächtiger legt Feuer an Synagoge – Festnahme
Offizielle Polizeimeldung zum 37-jährigen, polizeibekannten Tatverdächtigen mit afghanischer Staatsangehörigkeit und zu den Ermittlungen des Staatsschutzes.

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„Wenn du dachtest, das war schon alles … haha, nein. Der Irrsinn hat Nachschub.“