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Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan haben einen gemeinsamen Verteidigungspakt geschlossen. Jetzt stehen die drei Staaten vor einer konkreten militärischen Krise. Die vom Iran unterstützten Huthi haben die jemenitische Hafenstadt Mokka und die strategisch wichtige Insel Perim in der Meerenge Bab al-Mandab eingenommen. Saudi-Arabien bereitet eine Gegenoffensive vor. Pakistan hat militärische Ausrüstung und Berater entsandt. Saudi-Arabien setzt bereits zuvor gekaufte türkische Drohnen ein. Ein hochrangiger israelischer Vertreter bezeichnete das Bündnis gegenüber Ynet als gegen Israel gerichtet.
Am 7. August 2026 unterzeichneten Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif in Mekka ein gemeinsames Verteidigungsabkommen. Ein bewaffneter Angriff auf einen der drei Staaten soll künftig als Angriff auf alle gelten. Das bestätigt die gemeinsame Erklärung der drei Regierungen.
Die Türkei ist NATO-Mitglied. Präsident Erdoğan bezeichnet die Hamas ausdrücklich nicht als Terrororganisation, wie seine Äußerungen gegenüber NBC News zeigen. Pakistan ist die einzige muslimische Atommacht. Saudi-Arabien bringt seine wirtschaftliche Stärke und seine strategische Stellung auf der Arabischen Halbinsel ein.
Die drei Regierungen stellen das Abkommen als Instrument regionaler Sicherheit dar, insbesondere im Hinblick auf Iran. Ein anonym bleibender hochrangiger israelischer Vertreter bezeichnete das Bündnis im August gegenüber Ynet ausdrücklich als gegen Israel gerichtet. Er warnte vor der Rolle der Türkei und bezeichnete Erdoğan als Gefahr.
Huthi kontrollieren strategische Positionen an Bab al-Mandab
Im September rückten die vom Iran unterstützten Huthi entlang der jemenitischen Küste vor. Am 10. September nahmen sie laut Deutscher Welle unter Berufung auf Reuters, AP und AFP die Hafenstadt Mokka ein. Einen Tag später übernahmen sie nach Angaben jemenitischer Regierungsvertreter die Kontrolle über die Insel Perim, auch Mayyun genannt. Die saudisch unterstützten Regierungstruppen hatten sich von der Insel zurückgezogen. Auch die Küstenstadt Dhubab fiel an die Miliz.
Perim liegt unmittelbar in der Meerenge Bab al-Mandab. Die Insel ist deshalb militärisch und wirtschaftlich besonders bedeutsam. Sie liegt im Übergang vom Roten Meer zum Golf von Aden. Gemeinsam mit den Küstenstellungen verschafft ihre Kontrolle den Huthi die Möglichkeit, den Schiffsverkehr an dieser Engstelle zu bedrohen.

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Aus dem SCHLAGSEITE X-ArchivFür Saudi-Arabien ist diese Entwicklung besonders problematisch. Wegen der Einschränkungen in der Straße von Hormus hat die Ost-West-Pipeline zum Hafen Yanbu am Roten Meer erheblich an Bedeutung gewonnen. Von dort kann saudisches Öl über den Suezkanal nach Europa gelangen. Schiffe, die vom Roten Meer in den Indischen Ozean fahren, müssen dagegen Bab al-Mandab passieren.
Schon die Gefahr weiterer Raketen- und Drohnenangriffe kann Reedereien veranlassen, Routen zu ändern oder zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen. Die Huthi haben damit Zugriff auf eine strategische Position, deren Bedeutung weit über den jemenitischen Bürgerkrieg hinausreicht.
Mekka-Abkommen: Gemeinsame Abschreckung und Militärkoordination
Das Mekka-Abkommen soll die gemeinsame Abschreckung stärken und die militärische Zusammenarbeit der drei Staaten ausbauen. Ein bewaffneter Angriff auf ein Mitglied wird laut Abkommen als Angriff auf alle drei Staaten behandelt. Ein automatischer Einsatz gemeinsamer Kampftruppen wird in der veröffentlichten Erklärung nicht festgelegt.
Am 25. September trafen sich die ranghöchsten Militärvertreter der drei Staaten in Riad. Laut Reuters berieten sie über Informationsaustausch, militärische Koordination und gemeinsame Fähigkeiten. Sie verurteilten die Angriffe der Huthi auf Saudi-Arabien.
Vier Transportflugzeuge, Berater und türkische Drohnen
Laut einem Reuters-Bericht vom 2. Oktober schickte Islamabad nach Angaben eines pakistanischen Regierungsvertreters im September vier Transportflugzeuge mit militärischer Ausrüstung nach Aden, dem Sitz der international anerkannten jemenitischen Regierung. Zur Ladung gehörten Luftabwehrsysteme, leichte Artillerie, Drohnen und Systeme zur Drohnenabwehr.
Pakistanische Militärberater befinden sich nach Angaben mehrerer von Reuters befragter Vertreter gemeinsam mit saudischen Kräften vor Ort. Sie unterstützen die saudisch geführten Operationen zugunsten jemenitischer Regierungstruppen.
Saudi-Arabien setzt über dem Jemen auch türkische Drohnen ein. Riad hatte diese bereits vor der aktuellen Eskalation gekauft.
Pakistan hat laut Reuters Truppen zur Verteidigung saudischen Territoriums stationiert. Ein Kampfeinsatz dieser Soldaten im Jemen wurde nach Angaben eines pakistanischen Regierungsvertreters nicht beschlossen. Auch türkische Kampftruppen sind an der geplanten Offensive nach den vorliegenden Berichten nicht beteiligt.
Trump lehnte direkte amerikanische Luftangriffe ab
Saudi-Arabien hatte auch die Vereinigten Staaten um stärkere militärische Unterstützung ersucht. Laut einem Reuters-Bericht lehnte US-Präsident Donald Trump die Bitte von Kronprinz Mohammed bin Salman um direkte amerikanische Angriffe auf die Huthi ab.
Washington liefert weiterhin geheimdienstliche Informationen und stellt Berater bereit, die unter anderem saudische Luftoperationen unterstützen. Nach den von Reuters befragten Informanten ist eine direkte amerikanische Beteiligung an den geplanten Kampfeinsätzen nicht vorgesehen.
Die saudische Planung setzt deshalb auf jemenitische Bodentruppen unter saudischer Führung und auf Luftangriffe Saudi-Arabiens. Nach Angaben von sechs mit den Vorbereitungen vertrauten Personen prüft Riad zwei Varianten: eine begrenzte Operation zur Rückeroberung der Küstengebiete um Bab al-Mandab oder einen größeren Angriff an mehreren Fronten.
Die Beteiligung von mehr als 100.000 jemenitischen Soldaten wird je nach Umfang der Operation erwogen. Ein genauer Beginn wurde nicht offiziell bekannt gegeben. Reuters stützt sich bei den Einzelheiten auf nicht namentlich genannte regionale und westliche Informanten. Die Huthi-Offensive und die folgenden Gefechte haben nach Angaben des Welternährungsprogramms bereits Zehntausende Menschen vertrieben.

Bereits 2015 hatte das Königreich mit einer Militärkoalition in den jemenitischen Bürgerkrieg eingegriffen. Nach der Waffenruhe von 2022 waren die Kämpfe zeitweise deutlich zurückgegangen. Die jüngsten Geländegewinne der Huthi haben die militärische Lage erneut verändert.
Iran bewaffnet die Huthi und regt gleichzeitig Gespräche an
Iran unterstützt die Huthi seit Jahren militärisch. Die Miliz hält inzwischen wichtige Stellungen an Bab al-Mandab und setzt ihre Angriffe fort. Aus Teheran kam nach pakistanischen Angaben zugleich ein Vorschlag zur politischen Einbindung der Huthi.
Pakistans Außenminister Ishaq Dar erklärte am 2. Oktober, die drei Mitglieder des Mekka-Abkommens würden in der folgenden Woche bei einem Dringlichkeitstreffen in Riad über die iranische Anregung beraten. Laut Reuters sprach Dar nicht von einem schriftlich ausgearbeiteten Angebot, sondern von einem Gedankenaustausch zwischen Außenministern.
Dar berichtete, iranische Vertreter hätten sich von bestimmten Aktivitäten der Huthi und irakischer Milizen distanziert. Ein Ende der iranischen Waffenlieferungen oder sonstigen militärischen Unterstützung ist nicht belegt.
Huthi bedrohen Israel und die internationale Schifffahrt
Mit Mokka und Perim kontrolliert dieselbe vom Iran unterstützte Miliz strategische Positionen in der Meerenge Bab al-Mandab, die seit dem Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2023 wiederholt Israel und die internationale Schifffahrt mit Raketen und Drohnen angreift.
Verteidigungspakt geschlossen, Huthi halten Bab al-Mandab
Das Mekka-Abkommen ist unterschrieben. An Bab al-Mandab zeigt sich, was es bisher ist. Saudi-Arabien plant die Rückeroberung. Pakistan hat militärisches Gerät und Berater entsandt, Riad setzt bereits zuvor gekaufte türkische Drohnen ein. Eine Beteiligung türkischer oder pakistanischer Kampftruppen an der geplanten Bodenoffensive ist bislang nicht dokumentiert. Die Huthi werden weiterhin von Iran unterstützt und greifen seit dem 7. Oktober 2023 Israel und die Schifffahrt an. Der Beistandspakt hat die Kontrolle der Miliz über die strategisch wichtige Meerenge bislang nicht beendet.
ℹ️ Faktenbasis und Primärquellen zum Artikel 📑
▶️ Offizielle Erklärung zum Abkommen, veröffentlicht am 9. August 2026:
Makkah Joint Defence Agreement – Veröffentlichung des saudischen Regierungsportals
Wortlaut der offiziellen Erklärung zu Beistand und Zusammenarbeit.
▶️ Reuters, 7. August 2026:
Saudi Arabia, Turkey, Pakistan pledge mutual defence
Abschluss, Zusammensetzung und erklärte Ziele des Mekka-Abkommens.
▶️ Ynet, 10. August 2026:
Israel alarmed by Saudi-Turkey-Pakistan pact
Aussagen eines anonymen hochrangigen israelischen Vertreters über die Sicherheitsfolgen des Bündnisses.
▶️ Türkisches Präsidialamt, 25. September 2024:
President Erdoğan speaks to NBC News
Dokumentation seiner Haltung zur Hamas.
▶️ Deutsche Welle, 11. September 2026:
Yemen: Houthis tighten control of strategic Red Sea towns
Bericht auf Grundlage von Reuters, AP und AFP über die Einnahme von Mokka, Perim und Dhubab.
▶️ Reuters, 26. September 2026:
Pakistani, Saudi, Turkish chiefs discuss closer military ties
Bericht über das Treffen der Militärchefs am 25. September in Riad.
▶️ Reuters, 11. September 2026:
Trump declines Saudi crown prince’s call for US strikes on Houthis
Bericht über das saudische Ersuchen nach direkten amerikanischen Luftangriffen.
▶️ Reuters, 2. Oktober 2026:
Saudis plan assault on Houthis to break Red Sea chokehold
Operationsplanung, pakistanische Lieferungen, Militärberater und Einsatz türkischer Drohnen.
▶️ Reuters, 2. Oktober 2026:
Pakistan says Mecca pact members to hold emergency talks
Aussagen des pakistanischen Außenministers Ishaq Dar zum iranischen Gesprächsvorschlag.
▶️ UN-Welternährungsprogramm, 2. Oktober 2026:
WFP warns hunger is surging in Yemen as conflict displaces thousands
WFP-Bericht unter Bezug auf IOM-Angaben zu Vertreibungen durch die erneuten Kämpfe.
▶️ MENA-Watch, 2. Oktober 2026:
Das Mekka-Abkommen und die Huthi
Weiterführende Einordnung zum Verteidigungsbündnis und zum Huthi-Konflikt.
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