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Blick durch eine geöffnete Cockpittür mit der Aufschrift „Terror im Cockpit – Der Fall Flydubai“, symbolische Darstellung
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Terror im Flydubai-Cockpit: Wie kam der Copilot trotz Sperre an Bord?

Oman aus dem Flugbetrieb ausgeschlossen: Ein WSJ-Bericht wirft Fragen auf, wie der Copilot später bei Flydubai ins Cockpit gelangte.

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Ein Copilot soll wegen radikaler Ansichten in Oman aus dem Flugbetrieb ausgeschlossen worden sein. Später saß er bei Flydubai im Cockpit einer Maschine nach Tel Aviv. Nach dem Angriff auf den Kapitän steht deshalb eine dringende Frage im Raum: Wie konnte ein Mann mit dieser berichteten Vorgeschichte wieder Verantwortung für ein Passagierflugzeug übernehmen?

Der Angriff auf Flug FZ1073 war nach dem bisherigen Ermittlungsstand der Vereinigten Arabischen Emirate eine versuchte Terrortat. Das erklärte Generalstaatsanwalt Hamad Saif Al Shamsi am 3. Oktober über die staatliche Nachrichtenagentur WAM. Der Copilot habe den Kapitän mit einer im Cockpit mitgeführten Notaxt angegriffen und versucht, die Kontrolle über die Flugsteuerung zu übernehmen. Damit benennen inzwischen auch die Behörden des Landes, in dem Flydubai beheimatet ist, einen terroristischen Hintergrund.

Eine Recherche des Wall Street Journal lenkt den Blick auf die Zeit vor dem Angriff. Dem Bericht zufolge hatten omanische Behörden den späteren Copiloten wegen Bedenken über radikale ideologische Ansichten vom Fliegen ausgeschlossen. Die Zeitung beruft sich dafür auf nicht namentlich genannte Personen, die mit dem Vorgang vertraut sind. Anschließend stellte Flydubai ihn laut diesen Quellen ein. Die Zeitung identifiziert ihn unter Berufung auf informierte Quellen als Hamam al-Hammami, einen omanischen Staatsbürger.

Oman aus dem Flugbetrieb ausgeschlossen: Sperren müssen weitergegeben werden

Die berichtete Sperre macht aus dem Angriff auch einen Fall für die Überprüfung der Personalauswahl. Wenn ein Pilot aus Sicherheitsgründen nicht mehr fliegen darf, muss eine spätere Einstellung genau diese Vorgeschichte erfassen. Ein Arbeitgeberwechsel darf solche Warnungen nicht verschwinden lassen.

Oman hat den Mann nach dem WSJ-Bericht wegen radikaler Ansichten aus dem Flugbetrieb genommen. Flydubai hat ihn danach ins Cockpit gesetzt, auf einer Strecke nach Tel Aviv. Ob Muskat die Sperre weitergab, konnte die Zeitung nicht klären. Flydubai und Oman haben nicht geantwortet. Das fehlende Papier erklärt die Einstellung nicht. Es macht sie zur Frage, die die Fluggesellschaft beantworten muss. Die Angaben zur ungeklärten Weitergabe und zu den unbeantworteten Anfragen dokumentiert die Zusammenfassung der Times of Israel.

Wie Kapitän, Besatzung und Passagiere die Maschine retteten

Am 30. September war die Maschine von Dubai nach Tel Aviv unterwegs. Nach israelischer Darstellung griff der Copilot den Kapitän Smit Machchhar an und versuchte, das Flugzeug zum Absturz zu bringen. Die Maschine verlor während des Geschehens massiv an Höhe. Passagiere und Besatzungsmitglieder überwältigten den Angreifer; zusätzlich mitreisende Flydubai-Piloten ermöglichten die sichere Landung im saudi-arabischen Tabuk. Die Reisenden erreichten Israel später mit einer Ersatzmaschine. Den Ablauf dokumentierte Reuters am 30. September, nachgedruckt bei MarketScreener.

Der schwer verletzte Machchhar hatte zuvor die Cockpittür entriegelt. Nach Angaben eines Sprechers von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu lag der Kapitän blutüberströmt am Boden, als er die Türöffnung betätigte. Erst dadurch konnten Helfer eindringen und den Angreifer überwältigen. Die Times of Israel berichtete über diese Darstellung.

Dass Menschen an Bord rechtzeitig eingreifen konnten, verhinderte die Katastrophe. Für die Sicherheitsprüfung vor dem Flug ist das keine Entlastung. Passagiere dürfen nicht die letzte Instanz sein, die einen gewalttätigen Copiloten von der Steuerung fernhält.

Emiratische Ermittler prüfen einen terroristischen Plan

Flydubai hatte zunächst erklärt, die Hintergründe seien unbekannt, und vor voreiligen Spekulationen gewarnt. Die Erklärung der emiratischen Staatsanwaltschaft vom 3. Oktober geht deutlich weiter: Nach ihren bisherigen Erkenntnissen begann der Copilot während des Fluges mit der Umsetzung eines terroristischen Plans. Die Ermittler untersuchen weiterhin Motive, mögliche Verbindungen sowie physische und digitale Beweismittel. Diese Entwicklung lässt sich anhand des frühen Reuters-Berichts, nachgedruckt bei MarketScreener, und der aktuellen Behördenmitteilung nachvollziehen.

Netanjahu hatte zuvor von radikaler islamistischer Indoktrination gesprochen; eine konkrete Gruppe benennt die veröffentlichte Erklärung der emiratischen Staatsanwaltschaft nicht. Reuters berichtet am 3. Oktober, dass israelische Ermittler an der von den Emiraten geführten Untersuchung beteiligt werden sollen.

Für Israel ist die Aufklärung unmittelbar eine Sicherheitsfrage. Auf einem Flug nach Tel Aviv saßen laut Reuters zahlreiche israelische Reisende, während der mutmaßliche Angreifer direkten Zugang zur Flugsteuerung hatte. Die Untersuchung muss deshalb auch klären, ob die Wahl der Strecke Teil des Tatplans war.

Flydubai muss die Einstellung und den Einsatz erklären

Die berichtete Vorgeschichte in Oman verlangt eine lückenlose Aufarbeitung. Wer verfügte die Sperre? Wie wurde sie dokumentiert? Welche Informationen erhielt Flydubai? Und wie wurde der Mann anschließend für den Flugbetrieb zugelassen?

Aus diesen Antworten muss folgen, wie vergleichbare Warnungen künftig zuverlässig zwischen Behörden und Arbeitgebern weitergegeben werden. Die Sicherheitsinteressen israelischer Reisender gehören dabei ins Zentrum der Untersuchung.

Kapitän, Besatzung und Passagiere verhinderten den Absturz. Jetzt müssen Flydubai und die zuständigen Behörden erklären, wie der mutmaßliche Angreifer überhaupt wieder ins Cockpit gelangte. Mut an Bord hat Menschenleben gerettet. Er ersetzt keine funktionierende Sicherheitsprüfung am Boden.

ℹ️ Faktenbasis und Primärquellen zum Artikel 📑

▶️ Emirates News Agency / Generalstaatsanwalt der VAE:
Planning, attempted terrorist act behind flydubai flight FZ1073 incident: Attorney-General
3. Oktober 2026. Offizielle Angaben zur versuchten Terrortat, zum Angriff mit einer Notaxt und zum weiteren Ermittlungsumfang.

▶️ Wall Street Journal:
FlyDubai Attacker Had Been Banned From Flying by Oman for Radical Views
2. Oktober 2026. Bericht über die frühere Sperre in Oman und die spätere Einstellung bei Flydubai. Die Angaben beruhen auf nicht namentlich genannten informierten Personen; der vollständige Artikel ist zugangsbeschränkt.

▶️ Times of Israel:
Report: Flydubai terrorist was banned from flying by Oman over suspected radicalization
2. Oktober 2026. Ergänzende Zusammenfassung des WSJ-Berichts, insbesondere zur ungeklärten Weitergabe der Warnungen und zu den unbeantworteten Anfragen. Keine unabhängige Bestätigung der WSJ-Recherche.

▶️ Reuters / Nachdruck bei MarketScreener:
Passengers foil bid to crash Dubai-Tel Aviv flight, Israel says, after co-pilot stabs pilot
30. September 2026. Reuters-Agenturbericht, nachgedruckt bei MarketScreener. Ablauf nach israelischen Angaben, Eingreifen an Bord, Landung in Tabuk und damalige Stellungnahme der Fluggesellschaft.

▶️ Times of Israel / Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten:
Wounded flydubai pilot used ‚last moments of his energy‘ to click open cockpit door so hijacker could be subdued
30. September 2026. Darstellung zur Entriegelung der Cockpittür durch den verletzten Kapitän.

▶️ Reuters:
Flydubai co-pilot attacked pilot with axe, attempted ‚terrorist‘ attack, UAE says
3. Oktober 2026. Aktueller Ermittlungsstand, israelische Einschätzung zur Radikalisierung und geplante Beteiligung israelischer Ermittler.

Faktenstand: 3. Oktober 2026, 13:09 Uhr MESZ. Die behördliche Einordnung beschreibt den bisherigen Ermittlungsstand, kein rechtskräftiges Urteil.

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