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Ein Jahr Waffenruhe, aber Gaza kommt nicht auf die Beine. Hunderttausende Menschen leben weiterhin in Zelten, der Wiederaufbau steckt fest und die Hamas ist noch immer bewaffnet. Während internationale Politiker über Frieden, Stabilität und Milliardenhilfen reden, fehlt bis heute das Entscheidende: eine funktionierende Ordnung, in der die Terrororganisation nicht mehr über die Zukunft Gazas bestimmen kann.
Am 10. Oktober 2025 trat die von den USA vermittelte Waffenruhe in Kraft. Nach zwei Jahren Krieg sollte sie den Weg für einen politischen Neuanfang schaffen. Die letzten 20 lebenden israelischen Geiseln wurden am 13. Oktober 2025 freigelassen. Die Rückführung der sterblichen Überreste dauerte länger: Erst am 26. Januar 2026 meldete die IDF, dass auch die letzte tote Geisel, Ran Gvili, nach Israel zurückgebracht worden war. Der Friedensplan sollte außerdem die Entwaffnung der Hamas, eine neue Verwaltung und den Wiederaufbau Gazas ermöglichen.
Zwölf Monate später ist davon nur ein Teil umgesetzt. Die Hamas ist weiterhin bewaffnet, eine internationale Stabilisierungstruppe fehlt und die vorgesehene palästinensische Übergangsverwaltung hat ihre Arbeit vor Ort noch nicht aufgenommen. Diese Bestandsaufnahme findet sich auch im UN-Bericht vom 24. September 2026.
Die ursprünglich vereinbarte sogenannte Yellow Line ließ etwa 53 Prozent des Gazastreifens unter israelischer Kontrolle. Im Mai 2026 bezifferte Reuters den kontrollierten Anteil bereits auf rund 64 Prozent. Im Juli berichtete die Jerusalem Post unter Berufung auf israelische Sicherheitskreise von 67 bis 70 Prozent. Die Angaben stammen aus unterschiedlichen Monaten; sie zeigen aber, dass sich die israelische Präsenz über die anfängliche Linie hinaus ausgedehnt hat, während der vorgesehene weitere Rückzug ausblieb.
Die groß angelegten Kämpfe wurden eingestellt, doch Israel führt weiterhin Luftangriffe und begrenzte militärische Operationen durch. Die IDF begründet solche Einsätze mit verbleibenden Bedrohungen durch Hamas-Kämpfer und ihre Infrastruktur, wie Reuters am 12. Oktober 2026 berichtete. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums in Gaza wurden seit Beginn der Waffenruhe mehr als 1.400 Palästinenser getötet. Das UN-Menschenrechtsbüro hatte davon bis Ende Juli 2026 insgesamt 1.076 konfliktbedingte Todesfälle selbst verifiziert. Die ministerielle Gesamtzahl ist nicht für jeden Einzelfall unabhängig geprüft und enthält keine verlässliche Unterscheidung zwischen Zivilisten und Kämpfern. Es handelt sich um fortgesetzte Gewalt während einer Waffenruhe, nicht um die Rückkehr zu den groß angelegten Kampfhandlungen von vor Oktober 2025.
Ohne geklärte Machtverhältnisse und überprüfbare Sicherheitsgarantien kommt der Wiederaufbau nicht voran.

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Aus dem SCHLAGSEITE X-ArchivWaffenruhe in Kraft, Alltag und Wiederaufbau bleiben prekär
Die Lage im Gazastreifen ist katastrophal. Nach Angaben des UN-Shelter-Clusters, die die Times of Israel wiedergibt, lebten im Oktober 2026 rund 65 Prozent der Bevölkerung, etwa 1,37 Millionen Menschen, in Zelten oder provisorischen Unterkünften.
Die gemeinsame Schadensanalyse von EU, UN und Weltbank beziffert den Bedarf für Wiederaufbau und wirtschaftliche Erholung auf 71,4 Milliarden US-Dollar. Mehr als 371.000 Wohneinheiten wurden beschädigt oder zerstört. Auch die Wasser-, Strom- und Abwasserversorgung ist in weiten Teilen schwer beeinträchtigt.
Die israelische Journalistin Nurit Yohanan hat für die Times of Israel mit Bewohnern Gazas gesprochen. Ihre Berichte vermitteln vor allem Erschöpfung und Wut darüber, dass sich der Alltag trotz der Waffenruhe kaum verbessert hat. Internationale Konferenzen ersetzen keine zerstörten Wohnungen, Presseerklärungen bringen keinen Strom zurück. Solange niemand für die zivile Verwaltung und die Sicherheit verlässlich zuständig ist, bleiben die angekündigten Milliarden vor allem eine Zahl auf dem Papier.
Gaza braucht eine Verwaltung, die tatsächlich arbeitet, und eine Sicherheitsordnung, die verhindert, dass sich bewaffnete Terrorstrukturen erneut festsetzen. Genau dafür war der Friedensplan gedacht.
Der 7. Oktober ist der Ausgangspunkt dieses Krieges
Wer die heutige Lage erklärt und dabei den 7. Oktober 2023 ausblendet, lässt den Auslöser dieses Krieges unter den Tisch fallen. Hamas-Terroristen und weitere bewaffnete Angreifer überfielen damals israelische Gemeinden, Militärstützpunkte und das Nova-Musikfestival. Rund 1.200 Menschen wurden getötet und 251 als Geiseln verschleppt. Der Angriff und seine Vorbereitung sind in unserem Dossier zum 7. Oktober 2023 dokumentiert.
Die Hamas hat diesen Krieg ausgelöst. Sie hatte über Jahre eine bewaffnete Herrschaft im Gazastreifen aufgebaut und ihre militärische Infrastruktur ausgedehnt. Israel reagierte auf einen Terrorangriff von historischem Ausmaß. Die israelischen Sicherheitsdienste und die politische Führung hatten die Bedrohung vorher schwer unterschätzt. Dieses Versagen muss aufgearbeitet werden, während Israel weiterhin sicherstellen muss, dass sich ein solcher Angriff nicht wiederholt.
Genau deshalb ist die Entwaffnung der Hamas eine zentrale Sicherheitsforderung. Israels Bevölkerung darf nicht erneut darauf angewiesen sein, dass eine Terrororganisation ihre eigenen Drohungen irgendwann vielleicht nicht wahrmacht.
Die Hamas ist geschwächt. Entwaffnet ist sie nicht.
Die Hamas hat einen großen Teil ihrer früheren militärischen Stärke und territorialen Kontrolle verloren. In den Gebieten Gazas außerhalb der israelischen Kontrolle bleibt sie jedoch eine maßgebliche bewaffnete Macht. Nach israelischen Sicherheitsbewertungen versucht die Organisation, neue Kämpfer anzuwerben und ihre Infrastruktur wiederherzustellen. Wie weit dieser Wiederaufbau tatsächlich reicht, lässt sich anhand öffentlich zugänglicher Angaben nicht unabhängig beziffern. Der UN-Bericht vom September 2026 bestätigt den entscheidenden Punkt: Die Hamas und andere bewaffnete Gruppen sind nicht entwaffnet.
Ihre fortbestehende Macht zeigt sich auch abseits militärischer Stellungen. Laut dem UN-Nothilfebüro OCHA drangen am 12. Juli 2026 bewaffnete Angehörige der faktischen Behörden in eine Lebensmittelausgabestelle in Dschabalia ein. Helfer mussten die Verteilung einstellen. Die Bewaffneten betraten außerdem ein Lager des Welternährungsprogramms; laut dem Bericht wurden zwei Lastwagenfahrer angegriffen. OCHA ordnet die Täter den faktischen Behörden zu, nennt in dieser Meldung jedoch keine einzelnen Namen. Der Vorfall belegt, dass bewaffnete Machtstrukturen weiterhin in zivile Hilfe eingreifen.
Dass die Hamas nach der Berichterstattung der Times of Israel seit längerer Zeit keine Raketen auf Israel abgefeuert hat, ist für die militärische Lage relevant. Die ausbleibenden Raketenangriffe sind jedoch nicht mit der zugesagten Entwaffnung gleichzusetzen. Auch die Einhaltung einer Feuerpause und die Erfüllung sämtlicher Bedingungen des Friedensplans sind zwei verschiedene Fragen.
In Punkt 13 des amerikanischen 20-Punkte-Plans vom 29. September 2025 steht, dass die Hamas keinerlei Rolle in der künftigen Regierungsführung spielen darf. Tunnel, Waffenproduktionsanlagen und sonstige militärische Infrastruktur sollen zerstört und nicht wiederaufgebaut werden. Die Entwaffnung soll unter unabhängiger Kontrolle erfolgen und Waffen dauerhaft unbrauchbar machen. Solange die Hamas ihre organisierte bewaffnete Macht behält, ist dieser Teil des Plans nicht umgesetzt. Eine Ankündigung ersetzt keine überprüfbare Übergabe.

Die neue Gaza-Verwaltung existiert nur auf dem Papier
Der Friedensplan sieht eine palästinensische Übergangsverwaltung vor, die ohne Beteiligung der Hamas öffentliche Dienstleistungen organisiert und den Wiederaufbau vorbereitet. Dafür wurde im Januar 2026 das National Committee for the Administration of Gaza (NCAG) unter Ali Shaath gegründet. Doch das Gremium regiert Gaza bis heute nicht.
Die Hamas erklärte im Juli 2026, ihre bisherige Regierung aufgelöst zu haben. Nach Recherchen der Associated Press blieb der Verwaltungsapparat bestehen, und die Hamas behielt in den nicht von Israel kontrollierten Gebieten erheblichen Einfluss. Israel ließ die neue Übergangsverwaltung nicht über Ägypten einreisen. Die im Friedensplan vorgesehene internationale Stabilisierungstruppe wurde ebenfalls nicht entsandt. Der UN-Bericht bestätigt, dass das NCAG seine Arbeit im Gazastreifen noch nicht aufnehmen konnte.
Damit sind die Blockaden konkret benannt: Die Hamas hat ihre bewaffnete Macht nicht aufgegeben, Israel hat die Einreise des neuen Verwaltungsgremiums nicht zugelassen, und internationale Partner haben die zugesagte Sicherheitspräsenz nicht geschaffen. Diese Entscheidungen und Versäumnisse verhindern den vorgesehenen Machtwechsel.
Israel hat guten Grund, eine zivile Verwaltung abzulehnen, die nur auf dem Türschild neu wäre, während die Hamas im Hintergrund weiter kommandiert. Gerade deshalb müsste eine überprüfbare Übergabe von Zuständigkeiten endlich organisiert werden. Nach einem Jahr steht ein Gremium bereit, das nicht regiert, und eine bisherige Machtstruktur besteht fort, die eigentlich abgelöst werden sollte. Das ist ein politisches Scheitern mit Folgen für Millionen Menschen.
Der Streit über die Entwaffnung blockiert den Rückzug
Hier liegt der politische Kernkonflikt. Punkt 16 des ursprünglichen US-Friedensplans sieht einen schrittweisen israelischen Rückzug vor. Die einzelnen Schritte sollen an vereinbarte Maßstäbe, Zeitpläne und überprüfbare Fortschritte bei der Entmilitarisierung gebunden sein. Ein späterer amerikanischer Vorschlag aus dem Sommer 2026 verknüpfte die schrittweise Abgabe der Hamas-Waffen ebenfalls mit einem gestaffelten israelischen Rückzug.
Die Hamas erklärte ihre Bereitschaft zu diesem Verfahren. Vollständig entwaffnet wurde sie dadurch nicht. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu lehnte den späteren Plan ab und verlangte, dass die Hamas erst vollständig entwaffnet sein müsse, bevor weitere israelische Truppen abziehen. Diesen Konflikt beschreibt die Associated Press in ihrer Jahresbilanz.
Israels Einwand ist nachvollziehbar. Wer nur einen Teil seiner Waffen abgibt, seine Befehlsketten aber bewahrt und weiter bewaffnete Kräfte kontrolliert, ist keine verlässlich entwaffnete Terrororganisation. Ein neues Sicherheitssystem, das diese Lücke übersieht, wäre nach dem 7. Oktober unverantwortlich. Waffen bloß zwischenzulagern und dabei der Hamas die Möglichkeit zur späteren Rückkehr an die Macht zu lassen, löst das Sicherheitsproblem nicht.
Der Unterschied zwischen dem ursprünglichen Stufenplan und Netanjahus späterer Vorbedingung muss trotzdem klar benannt werden. Die israelische Regierung verlangt mehr, als die vereinbarte schrittweise Umsetzung zunächst vorsah. Sie muss deshalb erklären, mit welchem überprüfbaren Verfahren eine vollständige Entwaffnung erreicht werden soll. Ein Sicherheitsziel ist noch keine Strategie zu seiner Umsetzung.
Auch Washington hat Anlass für eine nüchterne Bilanz. Das US-Außenministerium sprach am 13. Oktober 2026 laut Times of Israel von Fortschritten bei der Entmilitarisierung. Entscheidend bleibt jedoch, was tatsächlich umgesetzt ist: Die Hamas ist weiterhin bewaffnet, das NCAG regiert nicht und eine internationale Stabilisierungstruppe steht nicht bereit. Erfolgsmeldungen ersetzen keinen Sicherheitsnachweis.
Auch in Gaza schwindet die Zustimmung zur Hamas
Die Enttäuschung über die politische Lage trifft zunehmend auch die Hamas. Nach einer Erhebung des Palestinian Center for Policy and Survey Research vom August 2026 waren 38 Prozent der befragten Bewohner Gazas mit ihrer Leistung während des Krieges zufrieden; im Oktober 2025 waren es noch 51 Prozent. In einer weiteren Untersuchung des Jerusalem Media and Communication Centre nannten 9,9 Prozent der Befragten die Hamas als bevorzugte politische Partei. Die beiden Zahlen erfassen unterschiedliche Fragen und dürfen nicht direkt miteinander verglichen werden. Beide Ergebnisse werden im Bericht von Nurit Yohanan wiedergegeben.
Weniger Zustimmung zur Hamas bedeutet noch lange keine Mehrheit für Israels Forderung nach einer Entwaffnung vor dem Rückzug. Laut der PCPSR-Umfrage vom August 2026 lehnten 62 Prozent der in Gaza Befragten eine Entwaffnung der Hamas vor einem vollständigen israelischen Rückzug ab. In der gesamten palästinensischen Stichprobe waren es 72 Prozent. Gefragt wurde ausdrücklich nach der Reihenfolge von Entwaffnung und Rückzug, nicht nach einer bedingungslosen Unterstützung der Hamas. Der Befund zeigt, wie schwierig eine akzeptierte Sicherheitsordnung bleibt.
Die von der Journalistin interviewten Bewohner schildern schwierige Lebensbedingungen und Wut auf unterschiedliche politische Akteure. Solche persönlichen Berichte sind wichtig, aber nicht repräsentativ für sämtliche Menschen in Gaza. Sie zeigen, wie wenig Vertrauen die Versprechen des vergangenen Jahres noch erzeugen.
Ein Befragter behauptet, ausschließlich die palästinensische Seite halte sich an die Waffenruhe. Dafür liefert das Interview keinen belastbaren Nachweis. Die fortgesetzten israelischen Militäraktionen sind dokumentiert, ebenso das Ausbleiben der vereinbarten Entwaffnung von Hamas und anderen bewaffneten Gruppen. Das sind unterschiedliche Befunde: Ob bei einem einzelnen Angriff gegen die Waffenruhe verstoßen wurde, muss anhand des konkreten Vorfalls geprüft werden. Unstrittig ist, dass die Entwaffnung als Kernbestandteil des gesamten Friedensplans weiterhin nicht umgesetzt ist.

Der Wiederaufbau braucht Kontrolle, keine neuen Abhängigkeiten
Wer Milliarden in den Gazastreifen investieren will, muss sagen können, wer die Mittel verwaltet, wer Bauvorhaben kontrolliert und welche Sicherheitsregeln gelten. Die Bevölkerung braucht Unterkünfte, Trinkwasser, medizinische Versorgung und funktionierende Einrichtungen. Sie darf nicht für die Taten der Hamas verantwortlich gemacht werden. Ihre Versorgung muss gesichert sein.
Israel hat ein berechtigtes Interesse daran, dass militärisch nutzbares Material nicht erneut für Tunnel oder Waffenanlagen eingesetzt wird. Dafür braucht es wirksame Kontrollen, überprüfbare Lieferwege und unabhängige Inspektionen. Notwendige zivile Hilfsgüter müssen zugleich tatsächlich ankommen.
Am 9. Oktober 2026 warnte die Internationale Organisation für Migration (IOM), dass fast zwei Millionen Menschen in Gaza Unterstützung bei der Unterbringung benötigen. Nach IOM-Angaben auf der UN-Pressekonferenz deckte die Lieferpipeline der humanitären Partner lediglich 17 Prozent des Bedarfs an winterfesten Unterkünften ab. Die 17 Prozent bezeichnen also die geplanten beziehungsweise bereitstehenden Hilfslieferungen, nicht bereits an Menschen in Gaza verteiltes Material. Die Organisation nannte unzureichende Finanzierung und israelische Einfuhrbeschränkungen als Hindernisse.
Die Aufgabe besteht darin, den Zufluss ziviler Hilfen zu ermöglichen, ohne der Hamas neue militärische Möglichkeiten zu eröffnen. Sicherheit wird nicht dadurch glaubwürdig, dass die Versorgung auf unabsehbare Zeit stecken bleibt. Sie muss mit konkreten, überprüfbaren Verfahren durchgesetzt werden.
Waffenruhe in Kraft, doch eine politische Ordnung bleibt aus
Der amerikanische Friedensplan hat reale Ergebnisse gebracht: Die letzten lebenden Geiseln wurden freigelassen, die sterblichen Überreste der Toten später nach Israel zurückgebracht, die groß angelegten Kämpfe endeten und der Zugang für humanitäre Hilfe wurde ausgeweitet. Die entscheidende politische Neuordnung blieb jedoch aus. Die Hamas hat ihre Waffen nicht abgegeben, die neue zivile Verwaltung kann nicht regieren, die internationale Stabilisierungstruppe wurde nicht stationiert und der Wiederaufbau bleibt weit hinter dem Bedarf zurück.
Das ist die Bilanz eines Jahres voller diplomatischer Ankündigungen. Die Hamas hält an bewaffneter Macht fest. Israel besteht nach den Erfahrungen des 7. Oktober auf Sicherheitsgarantien und hat den späteren Rückzugsplan abgelehnt. Internationale Partner haben keine einsatzfähige Ordnung für die Zeit danach geschaffen. Wer jetzt eine weitere Friedensinitiative ankündigt, muss vor allem erklären, was diesmal verbindlich anders laufen soll.
Israels Bevölkerung hat das Recht auf verlässlichen Schutz vor neuen Terrorangriffen. Die Menschen im Gazastreifen brauchen eine zivile Zukunft ohne Herrschaft bewaffneter Gruppen. Beides verlangt eine kontrollierte Entwaffnung der Hamas und eine Übergangsverwaltung, die tatsächlich Verantwortung übernehmen kann.
Der Wiederaufbau darf nicht dafür sorgen, dass die Hamas ihre Herrschaft unter neuem Namen fortsetzt. Ein Jahr, nachdem die Waffenruhe in Kraft trat, ist sie weiterhin bewaffnet, während die versprochene neue Verwaltung nicht regiert. Wer diesen Zustand Frieden nennt, verwechselt das Schweigen großer Schlachten mit einer gelösten Sicherheitsfrage. Das ist kein tragfähiger Frieden. Das ist politischer Stillstand.
ℹ️ Faktenbasis und Primärquellen zum Artikel 📑
▶️ USA, Friedensplan vom 29. September 2025:
Comprehensive Plan to End the Gaza Conflict
Punkt 13 zur Entwaffnung und Punkt 16 zum schrittweisen Rückzug.
▶️ Israelische Streitkräfte, 26. Januar 2026:
Abschluss der Rückführung sämtlicher Geiseln
Bestätigung der Rückkehr der letzten sterblichen Überreste von Ran Gvili.
▶️ Vereinte Nationen, 24. September 2026:
UNSCO Report to the Ad Hoc Liaison Committee
Stand der Entwaffnung, Übergangsverwaltung, Stabilisierungstruppe und humanitären Situation.
▶️ UN-Menschenrechtsbüro, 12. Oktober 2026:
One year after ceasefire announcement, killings continue across Gaza
Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums und eigenständig verifizierte Todesfälle bis Ende Juli 2026.
▶️ Reuters, 28. Mai 2026:
Netanyahu directs Israeli forces to expand Gaza control to 70 percent
Ausgangslinie von etwa 53 Prozent und geschätzte israelische Kontrolle von 64 Prozent im Mai.
▶️ Jerusalem Post, 15. Juli 2026:
Israel now controls up to 70% of Gaza, Security Cabinet told
Angaben israelischer Sicherheitskreise zur Ausweitung auf etwa 67 bis 70 Prozent.
▶️ UN-Nothilfebüro OCHA, 16. Juli 2026:
Humanitarian Situation Report
Dokumentierter Eingriff bewaffneter Kräfte der faktischen Behörden in humanitäre Einrichtungen am 12. Juli.
▶️ EU, UN und Weltbank, 20. April 2026:
Final Gaza Rapid Damage and Needs Assessment
Wohnungsschäden und Finanzbedarf für Wiederaufbau und wirtschaftliche Erholung.
▶️ Internationale Organisation für Migration, 9. Oktober 2026:
UN Geneva Press Briefing
Unterbringungsbedarf und die 17-prozentige Abdeckung der vorgesehenen Winterhilfe-Lieferpipeline.
▶️ Associated Press, Oktober 2026:
A US-brokered ceasefire was supposed to end the war in Gaza
Blockierte Einreise der Übergangsverwaltung und Streit um den stufenweisen Rückzug.
▶️ Palestinian Center for Policy and Survey Research, 12. August 2026:
Public Opinion Poll No. 97
Befragung zur Reihenfolge von Entwaffnung und israelischem Rückzug: 62 Prozent in Gaza, 72 Prozent insgesamt.
▶️ Reuters, 12. Oktober 2026:
Israeli strike kills two people in Gaza, medics say
Fortgesetzte israelische Luftangriffe und entsprechende Begründungen der IDF.
▶️ The Times of Israel, 12. Oktober 2026:
One year into ceasefire, vexed Gazans say they’re still living like war never ended
Interviews mit Bewohnern, Umfragedaten und Unterbringungssituation.
▶️ The Times of Israel, 13. Oktober 2026:
On ceasefire anniversary, US claims real progress made in demilitarizing Gaza
Erklärungen der US-Regierung zum Stand der Entmilitarisierung.
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